Benedikt Keller

Aus Kloster-Engelberg
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Benedikt (Ambros) Keller (* 2. Februar 1587 von Muri AG; † 17. Juli 1639 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 4. April 1606

Priesterweihe: 2. April 1611

Ämter

Subprior: 1611–1619

Abt: 1619–1629

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Johann Keller und der Margaretha Küfer.

Lebensbeschreibung[1]

Ambros Keller wurde am 2. Februar 1587 in Muri AG als Sohn des Johann Keller und der Margaretha Küfer geboren. Nach dem Besuch der Kloster­schule in Muri trat er 1605 ins Kloster Engelberg ein und legte am 4. April 1606 Profess ab. 1606 bis 1611 besuchte er das Jesuitenkollegium in Luzern.[2] Schon kurz nach der Priesterweihe vom 2. April 1611 ernannte ihn Abt Sigerist zum Subprior. In dieser Stellung war er während acht Jahren die rechte Hand des Abtes, besonders bei den vielen Rechtshändeln mit den Engelbergern und den Nidwaldnern.[3] In diesen scharfen Auseinandersetzungen erwies sich P. Benedikt als Kenner und mutiger Verfechter des kanonischen und weltli­chen Rechts. Abt Sigerist wünschte ihn zu seinem Nachfolger. Nach dessen Tod drängte der Konvent auf eine Neuwahl, da man befürchtete, es könnte dem Kloster ein weltlicher Verwalter aufgenötigt werden. Der Wahlakt fand am 18. März 1619 in der Sakristei des Klosters statt. Die Weihe erhielt Abt Benedikt aber erst im September in Meersburg.[4] Die Schwierigkeiten mit den Talleuten und den Nidwaldnern wurden 1620 etwas gemildert, da man in den unruhigen Jahren des Dreissigjährigen Krieges aufeinander angewiesen war.[5] Abt Benedikt wurde sogar zur Glockenweihe im Dörfli bei Wolfen­schiessen und in Dallenwil[6] und zur Grundsteinlegung des Klosters St. Klara in Stans[7] eingeladen. 1624 nahm er an der Prälatenversammlung in Kon­stanz teil.[8] Im gleichen Jahr erhielten die schweizerischen Benediktinerklöster die Exemtion von der bischöflichen Jurisdiktion und Visitation.[9] Abt Benedikt machte sich als Bauherr verdient. In der Kirche liess er drei neue Altäre, für den Konvent ein Refektorium und ein Dormitorium errichten. Die schon früher begonnenen Klostermauern brachte er zum Abschluss.[10] Von seinen geistigen Interessen zeugen mehrere literarische Werke, eine Klostergeschichte[11]10 und das umfangreiche Buch «Natternzung», in dem er die Laster der Zunge geisselte.[12]11 Der vielversprechende Abt vernachlässigte aber schon bald nach der Wahl sein Kloster im geistlichen wie im weltlichen Bereich. So beschlossen die Schweizer Äbte auf ihrer Konferenz in Rheinau am 4. August 1626, ihm die Verwaltung zu entziehen und sie dem Prior Plazidus Knüttel und dem Subprior Augustin Lang zu übergeben.[13]12 Im August 1628 legten ihm die Visitatoren die Resignation nahe. Er ging darauf ein, wider­rief sie aber bald wieder und konnte sich erst am 5. Mai 1629 zum endgültigen Verzicht entschliessen.[14]13 Er lebte noch 10 Jahre im Kloster als P. Senior[15]14 und starb am 17. Juli 1639 an der Pest.[16]15


Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von der Helvetia Sacra (III I, S. 636f) übernommen.
  2. Die Personalien in Gottwald, Album Engelbergense, Nr. 448 mit Ergänzungen.
  3. StiArEbg Cod. 228, p. 441ff., 531 ff., 649; Cod. 30, p. 83, 233. Über die Rechtshändel mit dem Tal und mit Nidwalden schrieb Keller einen «Libellus» mit dem gesamten Urkundenmaterial, ib., Cista Sss 20, sowie ein «Chronicon decimale», das tagebuchartig jene Ereignisse schildert.
  4. Ib. cod. 227, p. 566.
  5. Heer, Vergangenheit, S. 215f.
  6. Durrer, KDUnterwalden, S. 79f und 1066.
  7. Salesia Wettach, Das Frauenkloster S. Klara in Stans, 1926, S. 29.
  8. Mone 2, S. 166.
  9. Athan asius Staub, De origine et actibus Congregationis, 1924, S. 6ff.
  10. Durrer, KDUnterwalden, 113, 117, 127, 141.
  11. .
  12. .
  13. .
  14. .
  15. .
  16. .

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense, Luzern 1882, S. 42.
  • Heer, Gall: Aus der Vergangenheit von Kloster und Tal Engelberg 1120–1970, S. 210-219.
  • Helvetia Sacra III I, S. 636f.