Benedikt Beutler

Aus Kloster-Engelberg
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Benedikt (Nikolaus Jeremias) Beutler (* 12. Januar 1781 in Auw; † 16. Mai 1861 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 27. Januar 1805

Priesterweihe: 1. März 1806

Ämter

Lehrer an der Stiftsschule: 1807–18?

Präfekt an der Stiftsschule: 1808–1820?

Küchenmeister: 1814

Unterpfarrer von Engelberg: 1814–1822?

Bibliothekar: 1820–1822

Kustos: 1820–1822

Pfarrer in Engelberg: 1822–1824

Pfarrer in Abtwil: 1824–1827

Pfarrer in Auw: 1827–1835

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Ulrich Beutler und der Anna M. Conrad.

Paten: Jeremias Bütler und M. Barbara Conrad.

Lebensbeschreibung[1]

P. Benedikt war Freiämter aus Auw. Sein Geburtsdatum war der 12. Januar 1781. Am 13. Januar wurde er auf den Namen Nikolaus Jeremias getauft. Die Eltern hiessen Ulrich Beutler und Anna M. Conrad, die Paten Jeremias Bütler und M. Barbara Conrad. Das Zeugnis wurde 25. September 1801 von P. Konrad Christen von Engelberg, damals Pfarrer von Auw, ausgestellt. Jeremias besuchte anfangs die Klosterschule in Engelberg. Bei der Befragung durch die helvetische Kommission 1798 wird er als Jeremias Bütler aufgeführt. Er sei ein guter Schüler gewesen, sang und spielte Geige, war gesittet, höflich, sehr fähig, klein. Wo er die höheren Klassen, auch die Philosophie und Theologie absolvierte, ist nicht mit Sicherheit festzustellen, vermutlich in Luzern, wo die Schule nach Aufhebung des Jesuitenordens 1774, als staatliche Lehranstalt weitergeführt wurde.[2]

In Engelberg war die Schule während der Helvetik gesperrt. Als aber die Klöster auf Grund der Verfassung von 1803 wieder hergestellt wurden und wieder Novizen aufnehmen konnten, kehrte Beutler nach Engelberg zurück. Schon bald begann er das Noviziat und konnte am 27. Januar 1805 die Profess als Fr. Benedikt ablegen. In seiner Professurkunde schrieb er seinen Namen nach der später gebräuchlichen Form: "Benedikt Bütler". Am 9. März 1805 empfing er den Subdiakonat aus der Hand des Nuntius Fabrizio Testaferrata in dessen Hauskapelle in Luzern, am 1. März 1806 ebendort die Priesterweihe. Das Zeugnis für den Diakonat liegt heute nicht mehr vor. P. Benedikt wollte schon früher ins Kloster eintreten, aber das Verbot der Novizenaufnahme hinderte ihn daran.

1807 kam er als Lehrer an die Klosterschule für Grammatik und die erste Arithmetik. 1808 wurde ihm als Präfekten die Leitung der ganzen Schule übertragen. 1820 bis 1822 war er Bibliothekar und Kustos. 1814 war er Küchenmeister und Unterpfarrer von Engelberg. 1822 ernannte ihn Abt Eugen von Büren zum Pfarrer von Engelberg.[3] 1824 wurde er Pfarrer von Abtwil. Schon am 16. Dezember 1814 hatte er vom Generalvikar des Bischofs von Konstanz, Anton Heiniger, die Erlaubnis zur Ausübung der Seelsorge in der Diözese und vom Bischof von Chur am 17. Januar 1823 erhalten. Der Bischof von Chur als "Partis Helvetiae a Dioecesi Constantiensi separatae Administrator" war zu dieser Zeit zuständig.

1827 bis 1835 war P. Benedikt Pfarrer von Auw. Weil er sich 1835 weigerte, eine Proklamation der Regierung gegen den Bischof von der Kanzel zu verlesen, wurde er verhaftet und verurteilt. Das Obergericht beschloss: 1. Benedikt Beutler wird seines Amtes entsetzt und auf immer für unfähig erklärt, im Kanton Aargau ein geistliches Amt zu bekleiden, und zu einer Busse von Fr. 100 zu Handen des kantonalen Armenfonds verurteilt 2. Sebastian Wey (von Mühlau) zu einer Busse von Fr. 100 ebenfalls in den kantonalen Armenfond verurteilt. Auch wurde ihm anbefohlen, die vom Grossen Rat unterm 5. Mai erlassene Proklamation, sofern es nicht bereits geschehen, nachträglich und zwar Donnerstag, den 28. Brachmonat, von der Kanzel persön1ich zu verlesen. 3. Jeder soll dann die eigenen Gefangenschafts- und Nahrungskosten persönlich, beide aber die Untersuchungskosten in gleichen Teilen, jedoch unter gemein­schaftlicher Verhaftung für den ganzen Betrag derselben tragen. 4. Die Früh­messer Josef Leonz Kaufmann von Beinwil und Johann Stocker von Auw, die den Akten nach ihrem eigenen Geständnis gemäss, den Pfarrer Beutler mittels trügerischer Vorstellungen zum Ungehorsam und zur Widersetzlichkeit gegen seine Vorgesetzten angestiftet, sollen zur Strafe ihres daherigen Vergehens ein jeder zu einer zehntägigen Haft verurteilt sein. 5. Endlich sollen sämtliche vier Bestraften ein Jahr lang unter besonderer Polizeiaufsicht gestellt sein (11. Brachmonat 1835). Dazu kamen Rechnungen für die die rechtliche Verteidigung, Nahrungskosten und für Arzneien.

P. Benedikt kehrte ins Kloster Engelberg zurück und widmete sich vor allem dem Studium der heiligen Schrift und der Kirchengeschichte. Zwar bekleidete er kein bestimmtes Amt, doch hielt er noch Predigten. 1851 war er bei der Wahl von Abt Plazidus Tanner Senior des Konvents und Stimmenzähler. Er starb am 16. Mai 1861 im Alter von 80 Jahren.

Von ihm sagte P. Adalbert Vogel, der ihn noch kannte: "Er war ein volkstümlicher Prediger mit bilderreicher Sprache und lebhaftem Vortrag, weshalb er gern gehört wurde. Sein Eifer steigerte sich oft bis zur Begeisterung, besonders bei der Darlegung dogmatischer Lehrsätze bei Schilderung von Tugenden und Lastern. P. Benedikt war ein wüdiger Ordensmann, den alle liebten und ehrten. Die Beschwerden und Krankheiten seines Greisenalters trug er mit grosser Geduld. Er starb als Senior und Jubilar gottselig, wie er gelebt hat."[4]

Professnummer

  • Nr. 591

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Leisibach, Dominik: Die Aufhebung des Luzerner Jesuitenkollegiums 1774. Die Anfänge der Staatsschule. Baldegg, Selbstverlag 1978, S. 100.
  3. Hess, Verzeichnisse, S. 31.
  4. Vogel, Catalog. biogr.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 140, Nr. 591.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.