Beda Bossard

Aus Kloster-Engelberg
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Beda (Johann Franz) Bossard (* 26. März 1739 in Zug; † 21. April 1765 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 28. Januar 1759

Priesterweihe: 31. Mai 1762

Primiz: 11. Juli 1762

Beziehungsnetz

Verwandtschaft[1]

Sohn des Franz Michael Bossard (1713–1774), Ochsenwirt in Zug, Besitzer des Ochsenhofs in Baar, Grossrat und Kleinrat in Zug, Seckelmeister, Strassen- und Kornmeister, Stabsführer, Landvogt zu Hünenberg, im Rheintal sowie in Locarno, Statthalter, und dessen zweiter Frau Maria Barbara Merz, Zug.

Grosseltern: Johann Franz Bossard, Bäcker, Pfleger der Sakramentsbruderschaft, Pfründenpfleger, Grossrat und Kleinrat in Zug, Seckelmeister, und seine erste Frau, Anna Maria Müöslin. In zweiter Ehe war er mit Maria Barbara Müller verheiratet.

Geschwister:

  • P. Josef Bossard OSB im Kloster Muri (1736–1762).
  • Franz Michael (1732–1785) war bekannt als Hauptmann, Wirt zum Ochsen in Zug, Landvogt, Stabführer und Statthalter.[2]
  • Maria Anna Bossard (1734–1796), verheiratet mit Johann Georg Josef Räber, Seckelmeister in Zug.

Paten: Ritter Johann Franz Landtwing, Landammann von Zug, und Maria Euphemia Müller.

Lebensbeschreibung[3]

P. Beda war Zuger von Geburt. Er wurde am 26. März 1739 den Eltern Franz Michael Bossard und Maria Barbara Merz geboren und erhielt den Taufnamen Johann Franz. Der Vater war ein angesehener Mann, Statthalter und Stabführer, Korn- und Strassenherr, Landvogt im Rheintal und in Hünenberg. Das Taufzeugnis nennt als Paten Ritter Johann Franz Landtwing, Landammann von Zug, und Maria Euphemia Müller. Die Firmung wird bezeugt, aber ohne weitere Angaben. Das Zeugnis wurde für den Klostereintritt ausgestellt von Pfarrer Beat Wickart. Als Nebenbemerkung ist beigefügt: "ante quinquaginta annos Engelberge scholaris",[4] "Zug, den 28. Okt. 1757". Als Aussteuer bezahlte der Vater 1000 Gulden.

Johann Franz besuchte die Klosterschule in Engelberg und legte am 28. Januar 1759 die Profess ab. Er wurde im Kapitel als fromm und fleissig geschildert, zeige aber wenig Begabung für die Musik.[5] Er war bei der Primiz seines Bruders P. Josef Bossard am 12. Oktober 1760 in Muri anwesend. Philosophie und Theologie studierte er im Kloster. Den Subdiakonat empfing er durch Bischof Johann Anton Federspiel in seiner Hauskapelle in Chur, den Diakonat am 21. Dez. 1763 durch Nuntius Nikolaus Oddi in Luzern und die Priesterweihe durch denselben Nuntius Oddi am 31. Mai 1762 mit Altersdispens. Die Primiz war auf den 11. Juli 1762 angesetzt. Der Neupriester hatte bereits die 1. Vesper vom Fest des Heiligen Benedikt gehalten. Aber es fehlten die Primizgäste. Der Klosterbote, der nach ihnen Ausschau halten sollte, kam mit der Meldung, sie seien bei Stans durch eine schwere Überschwemmung aufgehalten worden.[6] Ihr Wagen sei bei Wil auf der Stanser Allmend in eine grosse Wasserpfütze gestürzt und müsse repariert werden. So gelangten die Zuger erst am 14. Juli nach Engelberg. Da kein Feiertag war, wurde keine Predigt gehalten. Die Talleute mussten das Heu einbringen. So kam es, dass fast nur Frauen in der Kirche waren.[7]

Der Primiziant wurde im November 1762 zweiter Zeremoniar, starb aber schon am 21. April 1765 an einer Lungenentzündung, nach tagelangen heftigen Schmerzen und Ängsten im Alter von erst 26 Jahren.[8] Er war mager, von bleicher Gesichtsfarbe und kleiner Gestalt, wie die Graböffnung von 1912 bestätigte.[9] Von ihm sagen die Kapitelsakten: "mortuus annis quam virtutibus minor."[10]

Professnummer

  • Nr. 566

Einzelnachweise

  1. Professbuch Kloster Muri, Aschwanden, Die Landvögte des Standes Zug, S. 58-60, Bossard, Über die Zugerischen Bossard-Geschlechter, S. 34.
  2. Bossard, Über die Zugerischen Bossard-Geschlechter, S. 29 und 34.
  3. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  4. Vor 50 Jahren Schüler in Engelberg.
  5. Acta capitularia IV (Juni 1754 – Dez. 1797), StiArEbg cod. 193, S. 154.
  6. Heer, Aus der Vergangenheit, S. 312.
  7. Acta capitularia IV (Juni 1754 – Dez. 1797), StiArEbg cod. 193, S. 47 und 154.
  8. Vogel, Catalogus biogr., S. 170f.
  9. StiArEbg Hauschronik «Strählplätzli» (1913), 6. Januar 1913.
  10. Acta capitularia IV (Juni 1754 – Dez. 1797), StiArEbg cod. 193, S. 178. Übersetzt: "Jung an Tugend und Alter."

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 133, Nr. 566.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.