Beat Hiestand

Aus Kloster-Engelberg
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Beat Hiestand (* 1589 in Ägeri; † 1. Juli 1654 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 15. August 1649

Priesterweihe: 12. Februar 1614

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Paul Hiestand und der Elisabeth Meyer.

Lebensbeschreibung[1]

P. Beat war Spätberufener und fand erst am Ende seines Lebens den Weg nach Engelberg. Seine näheren Personalien sind unbekannt. Hiestand war Zuger aus Ägeri, wo er 1589 geboren wurde. Die Eltern des P. Beat waren Paul Hiestand und Elisabeth Meyer.[2] Er besuchte die Schule der Jesuiten in Luzern, in die er am 17. Mai 1606 eintrat. Wie lange die Schulzeit in Luzern dauerte, ist unbekannt. Es scheint, er habe dort alle Klassen durchlaufen.[3]

Die niedern Weihen erhielt er in Konstanz durch den Biscbof im Jahr 1612, den Subdiakonat am 21. September 1613 ebendort, den Diakonat in der Konstanzer Kathedrale an Quatember vor Lucia 1613, den Presbyterat an Quatember, am 12. Februar 1614. Der Neupriester war zunächst vier Jahre Kuratkaplan in Walchwil. Als Pfarrer von Steinerberg erhielt er die Admissio des Konstanzer Bischofs für seine Diözese, nachdem er ein Examen vor den Herren Franz Radheller, Pfarrer in Schwyz, und Beat Schwizer, Pfarrer in Arth, abgelegt hatte. 1626 bis 1632 war er Kurat in Steinhausen, dann erster Kaplan in Oberägeri, bis 1641 Pfarrer in Muotatal, wo er sich offenbar für die dortigen Klosterfrauen als Wohltäter erwies.

Erstmals wird er in Engelberg erwähnt, als er 300 Gulden für die "Verleihung der Pfrund" zahlte. Er lebte offenbar zunächst als Pfründner. So lernte er das Klosterleben kennen und tat 1649 den letzten Schritt, indem er die Gelübde ablegte. Sein Leben im Kloster war kurz bemessen, denn er starb schon am 1. Juli 1654.[4] P. Beat, der keinen neuen Professnamen mehr annnahm, musste eine bedeutende kunstgewerbliche Ader besessen haben, denn im Sakristei-Inventar des Abtes Gregor Fleischlin von 1681 bis 1686 findet sich der Eintrags: «Item ein geschnittnes und gefastes Marienbildt in einer sonne, welche beide gemacht p. m. R. P. Beatus Hiestand defunctus 1654» [5] Er war also Holzschnitzer, wie sich auch aus der folgenden Angabe ergibt, dass er das Uhrwerk des unteren Dormitoriums (Schlafsaal) des altem Klosters (vor dem Brand von 1729) ganz in Holz verfertigt habe.[6]

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Deren Namen wurden in einem Brief von Pfarrer Alois Iten in Oberägeri 1828 mitgeteilt.
  3. Glauser, Schülerverzeichnis, S. 123.
  4. StiArEbg cod. 363 (Pfarrodel IV), S. 350: «Anno 1654, 1. July obiit Reverendissimus, Religiosus et perdoctus P. Beatus Hiestand».
  5. StiArEbg, cod. 385 [Sakristeiverzeichnis] S. 5.
  6. Durrer, Kunstdenkmäler des Kantons Unterwalden, S. 138 nach Straumeyer, Beschreibung des Alten Klosters.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 113.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.