Beat Camenzind

Aus Kloster-Engelberg
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Beat (Josef Andreas) Camenzind (* 10. Juni 1790 in Gersau; † 3. Januar 1863 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 10. Februar 1811

Priesterweihe: 24. Juni 1814

Ämter

Kapellmeister: 1814–1820

Präzeptor: 1820–1823

Präfekt: 1820–1823

Lehrer an der Stiftsschule: 1820–1823

Küchenmeister: 1823–1832

Unterpfarrer in Engelberg: 1824–1832

Subprior: 1832–1836

Spiritual in Sarnen: 1836–1858

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Johann Balthasar Camenzind und der Maria Theresia Rigert.

Paten: Andreas und Maria Theresia Rigert.

Firmpate: Kaspar Alois Camenzind.

Lebensbeschreibung[1]

P. Beat wurde als Sohn des Johann Balthasar Camenzind und dessen Frau Maria Theresia Rigert in Gersau auf den "Weibelishof"[2] am 10. Juni 1790 geboren und am 14. Juni auf den Namen Josef Andreas getauft.[3] Taufpaten waren Andreas und Maria Theresia Rigert. Gefirmt wurde er am 15. Oktober 1795 durch den Nuntius Petrus Gravina.[4] Sein Firmpate war Kaspar Alois Camenzind.

Über seine Studien sagen die sehr lückenhaften Kapitelsakten nicht viel aus. Die Rhetorik absolvierte er an der Klosterschule in Engelberg. Am 6. Februar 1810 wurde er dann nach fünfmonatiger Kandidatur in das Noviziat aufgenommen.[5] Am 10. Februar 1811 konnte er als Fr. Beat Profess ablegen. Die Studien der Philosophie und Theologie absolvierte er an der Hausschule in Engelberg. Die heiligen Weihen erhielt er alle durch den Luzerner Nuntius Fabrizio Testaferrata: Den Subdiakonat am 30. Oktober und den Diakonat am 1. November 1813 in der Klosterkirche Muri. Die Priesterweihe erhielt er am 24. Juni 1814 in der Nuntiaturkapelle in Luzern.

1814 und 1815 spielte er, zusammen mit anderen Patres, Brüder und Studenten, bei einer Theateraufführung "Der Räuber Moor" - nach Schillers Räuber - auf der "Schütti" des Klosters den alten Moor.[6] Noch im gleichen Jahr kam er an die Schule als Gesangslehrer. Dazu war er von 1814 bis 1820 Kapellmeister und erster Kantor im Chor. Der Generalvikar Franz Bernhard Göldlin von Tiefernau erteilte ihm am 12. Januar 1818 von Beromünster aus die Ausübung zur Seelsorge im schweizerischen Bistumsteil von Konstanz. Von 1820 bis 1823 war P. Beat Lehrer und Präzeptor an der Stiftsschule. Von 1823 bis 1832 war er Küchenmeister. Von 1824 bis 1832 war er auch Unterpfarrer in Engelberg.

1831 wurde er zum Subprior bestimmt welches Amt er bis 1836 ausübte. Für ihn selbst scheint aber diese neue Würde eher eine Bürde gewesen zu sein, denn er war über P. Plazidus Tanner erbittert, der nun an seine Stelle als Küchenmeister trat. Dies ergibt sich aus einem Brief an P. Beda Iten, der sich später säkularisieren liess. 1836 wurde er zum Beichtiger der Benediktinerinnen in Sarnen ernannt, wo er bis 1858 wirkte. 1858 verzichtete er wegen ständiger gesundheitlicher Probleme auf dieses Amt, blieb aber noch drei Jahre in Sarnen. Erst 1861 kehrte er im Laufe des Jahres wieder nach Engelberg zurück. Er starb 72-jährig am 3. Januar 1863.

Professnummer

  • Nr. 595

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend vom Manuskript von Br. Meinrad Haberl (StiArEbg Professbucheinträge, mit Vorarbeiten von P. Gall Heer) übernommen.
  2. Wohl so genannt, weil sein Grossvater Landweibel in Gersau war.
  3. "Stammregister der Familie", von Pfarrhelfer Camenzind in Gersau.
  4. Bescheinigt am 23. Oktober resp. 23. November 1809 durch Pfarrer Alois Nigg.
  5. Acta capitularia VIII (1810–1842), StiArEbg cod. 280, S. 1.
  6. Engelberger Theaterkunst, in: Titlisgrüsse, 9/1, März 1923, S. 6-7.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 141, Nr. 595.
  • Odermatt, Ignaz: Der Konvent von 1819 in Titlisgrüsse 56, 1969/70, S. 17.
  • Omlin, Ephrem: Die Geistlichen Obwaldens, 1984, S. 187.
  • Paulus, Vera: Oper in der Klosterschule Musik und Theater im Kloster Engelberg, 2010, S. 291.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach dem Manuskript von Br. Meinrad Haberl (mit Vorarbeiten von P. Gall Heer).