Basil Christen

Aus Kloster-Engelberg
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Basil (Melchior) Christen (* 1610 in Stans; † 7. Oktober 1660 in Sins)

Lebensdaten

Profess: 10. Februar 1630

Priesterweihe: 7. März 1637

Primiz: 14. März 1637

Ämter

Subprior: 1637

Prior: 16?–1649?

Küchenmeister: 1644[1]

Pfarrer in Engelberg: ?

Unterpfarrer in Engelberg: 1650

Pfarrer von Sins: 1653

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Jodok Christen und der Anna Aman.

Geschwister[2] :

  • Johann Christen, in Paris ertrunken
  • Kaspar, Landweibel, Heirat mit Barbara Barmettler, in 2. Ehe mit Katharina Barmettler
  • Wolfgang, Kastellan, Heirat mit Anna Kaiser
  • Anna Christen, Heirat mit Nikolaus Businger, Landweibel
  • Franzisca Christen, ledig
  • Ottilia Margaretha, Heirat mit Peter Blättler

Lebensbeschreibung[3]

Die Heimat des P. Basil Christen war Stans. Doch wurde er 1610 im Höchhaus zu Wolfenschiessen von den Eltern Jodok Christen, Landweibel, und der Anna Amans geboren und hier auf den Namen Melchior getauft. Das Höchhaus hatte sich seinerzeit der berühmte Landammann Melchior Lussy als Alterssitz gebaut, es dann aber seiner Tochter aus dritter Ehe, die mit dem Kommissar Wolfgang Christen, einem Enkel von Bruder Scheuber verheiratet war, zum Wohnsitz überlassen. So kommt es, dass die Christen in Wolfenschiessen aufwuchsen. Doch kam das Höchhaus nie in deren rechtlichen Besitz, weil die vierte Gattin Lussys, Agatha Weingartner, dies zu verhindern wusste.[4] Der Vater Jodok muss schon früh gestorben sein, da er schon 1615 zum letzten Mal als Landweibel auftrat.[5] Für ihn wurde nun sein Bruder Jakob Christen, Landsvenner, Vogt des jungen Melchior und beglich seine Rechnungen mit dem Kloster, als dieser in die Klosterschule eintrat. Zum ersten Mal war er hier am 5. Dezember 1627. Jakob selber hatte ebenfalls eine erfolgreiche Laufbahn vor sich, da er es bis zum Säckelmeister und bis zum Landammann brachte als Landes­hauptmann die Nidwaldner bei der Belagerung von Rapperswil 1656 befehligte und in hohem Ansehen erst 1671 starb.[6] Der Onkel, Jakob Christen, trieb ebenfalls Handel mit dem Kloster. Jakob stiftete u.a. eine Scheibe für die Kapelle im Horbis. Es ist die Rede von Salz, von einem Ross und Karrerlohn usw., die in die Rechnung einbezogen werden. Melchior blieb zwei Jahre an der Schule, pro Woche zahlte er einen Gulden, insgesamt 130 Gulden. Dazu kommen auch "Helgen", gelegentlich auch Wein, da er krank war. Am 10. Februar 1630 legte Fr. Basil die Profess ab und begann vermutlich die höheren Studien an der Klosterschule. Am 16. Oktober 1632 reiste er zusammen mit P. Bonaventura Leu zum Studium der Theologie nach Mailand. Für Mailand bestanden Freiplätze, die auf die katholischen Kantone verteilt wurden. Da in Stans gerade einer der Freiplätze nicht besetzt war, beschloss am 19. Januar 1632 der gesessene Landrat von Nidwalden, den Platz für 3 bis 4 Jahre für P. Basil offen zu halten.[7] Am 7. März 1637 empfing P. Basil die Priesterweihe in Luzern und feierte am 14. März die Primiz. Noch im gleichen Jahr wurde er zum Subprior ernannt und erhielt als solcher die Aufgabe, den langwierigen Streit zwischen Engelberg und Nidwalden wegen der Grenzen zwischen Trübsee und Gerschnialp, der ins Jahr 1484 zurück­reichte, beizulegen und dazu den Streit wegen der Grenzen zwischen Stans und Wolfenschiessen und der Marchen im sogenannten Bruniswald zu schlichten. Der Bischof von Konstanz und die Schirmorte hatten sich bereits mit der Angelegenheit befasst. Zu einem gütlichen Vergleich kam es dann erst im Schiedsgericht vom 23. Juni 1640, in dem P. Basil das Kloster vertrat.[8] Ebenso hatte er am 1. Dezember 1646 bei der Ergänzung des Landmarchenbriefes von 1435 als Prior mitzuwirken.[9] Als Prior erscheint er auch auf der Konventscheibe von 1642.[10] Als solcher war er mehrfach auswärts tätig. Er ging am 13. Juli 1642 ins Wallis "ad thermas", ins Bad, wahrscheinlich nach Leuk.[11] Er war auch in Küsnacht und Einsiedeln zur Wimmet. Das Kriegsjahr 1653 brachte P. Basil auch mit der Politik in engen Zusammenhang.[12] P. Basil war damals in Sins als Pfarrer.[13] Die Regierung von Luzern hatte in Verbindung mit den Klöstern Muri und Engelberg gegen die Rothenburger gearbeitet, wodurch auch die Geistlichkeit in die Bewegung hineingerissen wurde, besonders die aus Engelberg stammenden Pfarrgeistlichen von Sins. P. Basil gelang es, einen Aufstand der Leute von Meienberg im Bauernkrieg zu verhindern. Er stellte sich auch als Feldprediger der katholischen Truppen im Villmerger Krieg zur Verfügung. In diesem Zusammenhang steht er mit Ludwig Meyer von Luzern, jahrelangem Talvogt von Engelberg und treuem Freund des Klosters, im Briefverkehr. Er war mit Meyer verwandt und nennt ihn seinen "Vetter".[14] Für sein tapferes Verhalten im Villmerger Krieg erhielt er in zwei Schreiben höchstes Lob von den Führern der katholischen Orte.[15] In diesen Zusammenhang gehört auch das Zeugnis für Hauptmann Jakob Wirz von Sarnen über sein tapferes Verhalten in der ersten Schlacht bei Villmergen, das ihm am 7. Mai 1658 ausgestellt wurde, wo auch die Rede ist von P. Basil.[16] P. Basil hatte mitten im Kampf sich um die Truppen, ihre Kranken und Verwundeten angenommen und sie mit den heiligen Sakramenten versehen. Von kleineren Ereignissen sei noch erwähnt, dass er am 7. Juli 1646 ins Eschental ritt, wohl um Wein einzukaufen, den man mit Vorliebe aus jenem Weingebiet bezog.[17] Schon 1651 kaufte er bei Karl Lussy in Stans, dem Vater des Studenten Melchior Lussy in Engelberg das Buch "Assunti del Padre Caluci".[18] Mit den Jahren meldeten sich auch bei P. Basil die Beschwerden des Alters. Es war bereits davon die Rede, dass er das Bad im Wallis aufsuchen musste. 1658 erhält er von Wundarzt Melchior Keller in Stans Kamillenöl ins Bad.[19] 1653 benützte er das Bad in der berühmten Bäderstadt an der Limmat, da er offenbar rheumatisch veranlagt war. Darüber äusserte sich sein Mitbruder P. Marian Rot, sein Nachfolger als Pfarrer in Sins, der bekannte Dichter: "Ist den 18. Tag Juni 1653 gen Baden ins Bad gegangen welch Badenfahrt ihm zum ersten viel Geld und zletzt das Leben kostet".[20] P. Basil starb am 1. Oktober 1660 in Sins. Er hatte noch kurz zuvor eine Generalbeichte abgelegt.[21]

Einzelnachweise

  1. Knüttel, Rechnungsbücher, S. 428.
  2. Nidw. Kalender 1884, S. 12.
  3. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  4. Feller, Beiträge zur Geschichte Nidwaldens X, 1907, S. 17, dazu Durrer, Kunstdenkmäler des Kantons Unterwalden, S. 1073f.
  5. Geschichtsfreund 27, S. 22.
  6. Geschichtsfreund 27, S. 35.
  7. Nidwaldner Kalender 1884, S. 16. Über die Studien der beiden Fratres Basil und Bonaventura gibt Eduard Wymann (in den Kath. Schweizerblätter 12, 1896, S. 172ff) interessante Aufschlüsse über Ausstattung und Logis im Kollegium.
  8. Odermatt, Schematismus Nidwalden, S. 70.
  9. Straumeyer, Annales 4, StiArEbg cod. 224, S. 567.
  10. Durrer, Kunstdenkmäler des Kantons Unterwalden, S. 184.
  11. Knüttel, Rechnungsbuch, S. 655.
  12. Liebenau, Der Luzerner Bauernkrieg 1653 im Jahrbuch für Schweizergeschichte 19, 1894, S. 157.
  13. Hess, Die Pfarrgeistlichen, S. 107.
  14. Geschichtsfreund 88, 1933, S. 144ff.
  15. Straumeyer, Annales 4, StiArEbg cod. 224, S. 400.
  16. Durrer, Kopien aus dem Familienarchiv Wirz.
  17. Heer, Das Kloster Engelberg und der Wein, in: Geschichtsfreund 116, 1963, sowie Knüttel, Rechnungsbuch, S. 636.
  18. StiArEbg cod. 42, S. 62.
  19. Cod. 44, 652.
  20. P. Marian Rot, Inventar Sins 1662. Über ihn vgl. Hess, Die Pfarrgeistlichen, S. 107.
  21. Für den schriftlichen Nachlass von P. Basil, soweit er nicht im Brand von 1729 verloren ging, sei auf StiArEbg cod. 257, S. 23 verwiesen.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 109.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.