Basil Buschor

Aus Kloster-Engelberg
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Basil (Josef) Buschor (* 10. Sep­tember 1892 in Altstätten; † 23. Juli 1945 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 14. November 1915

Priesterweihe: 18. Mai 1919

Primiz: 29. Mai 1919

Ämter

Lehrer an der Stiftsschule: 1924–1945

Rektor der Stiftsschule: 1932–1945

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Josef Ulrich Buschor und der Maria Franziska Lang.

Lebensbeschreibung[1]

P. Basil wurde am 10. September 1892 im rheintalischen Altstätten geboren und auf den Namen Josef getauft. 1908 kam er zur Ausbildung seiner guten Anlagen nach Engelberg. Nachdem er bei Ausbruch des ersten Weltkriegs zuerst dem Aufgebot des Militärs gefolgt war, trat er im Spätherbst 1914 ins Kloster ein, der erste Novize unter Abt Basil Fellmann. Als "Erstgeborener" mit dem Namen seines Abtes beschenkt, legte er 1915 die Gelübde ab.

P. Basil sah im Orden wirklich den "ordo", die Kampfreihe, im Ordensleben einen Kriegsdienst. Pünktlich erschien er bei allen klösterlichen Übungen, sachlich genau waltete er am Altar und als Cantor im Chor. So äusserte sich seine Gesinnung in Werken, nicht in Worten. Die Oberen vertrauten ihm daher die Leitung der "Militia S. Benedicti" an. Soldatischen Geist verriet auch die stramme Haltung. Manchmal mochte dieser Zug etwas Hartes, Unnahbares annehmen, bei engerer Zusammenarbeit entdeckte man aber bei diesem selbstsicheren Mann den Sinn für die Gemeinschaft. Die kurzen Werkpausen verbrachte er meistens bei seinen Mitbrüdern, und wenn er nicht selber durch seine Berichte und Spässe zum Gespräch beitrug, hörte er doch gerne zu und rief am Ende erheitert aus: "'s sind au Kerli!"

Am 18. Mai 1919 wurde P. Basil in der Studentenkapelle zum Priester geweiht zuteil, die Primiz feierte er am darauffolgenden 29. Mai. P. Basil war auch in der Seelsorge tätig. Acht Jahre lang hielt er den Sonntagsgottesdienst in Grafenort. Wenn es die Zeit erlaubte, machte er Schulbesuche in Altzellen. Dem jungen Priester wiesen die Oberen als Arbeitsfeld die mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer für die Lehre zu: sie fanden P. Basil bereit, denn er hatte schon am Gymnasium eine Vorliebe für diese Fächer gezeigt. Nicht, dass er der geborene Mathematiker gewesen wäre, noch dass er den Stoff intuitiv erfasst hätte. In emsiger Arbeit aber machte er sich daran, den Wissensstoff anzueignen, vor allem während des Hochschulstudiums an der Universität Freiburg, das er 1924 mit der Dissertation abschloss.<ref>Titel der Abreit war: Untersuchungen über den Einfluss der thermischen Behandlung von Platin und Nickel auf die Veränderung ihres Widerstandskoeffizienten.</ref

Seither lehrte P. Basil an der Stiftsschule Mathematik und Physik, zeitweise auch Chemie und Geografie. Er war ein Lehrer, der Ziel und Weg kannte. Was er gemäss Schulprogramm den Schülern zu bieten hatte, darauf beschränkte er den Stoff. Umso mehr hielt er daran fest, alle Schüler zum Erfolg zu bringen. Obwohl er sich in seinem Fach bald gut auskannte, bemühte er sich jedes Jahr um eine bessere Darstellung. Vor dem Unterricht legte er sich Fragen und Erklärungen zurecht, bereitete die Experimente vor, nach der Stunde überprüfte er seine Leistung. Um mit den Forschungen der Gegenwart Schritt zu halten, besuchte er mehrmals Kurse, las Fachschriften, bereicherte die physikalische Sammlung.

Im Sommer 1932 übernahm P. Basil die Leitung der ganzen Schule übernahm von P. Karl Schmid der sich dem Kameruner Missionswerk zur Verfügung stellte. Seine Liebe zur Ordnung bewährte sich in der Amtsführung, besonders in der Erledigung der Korrespondenz. Später, im Zeitalter der verminderten Rationen und Verkehrsverbindungen, nahm er sich selbst gern die Mühe, die Karten für jeden einzelnen Schüler zu ordnen oder den Fahrplan festzulegen. Allerdings liessen sich nicht alle Geschäfte auf solche mathematische Weise behandeln. Da konnte es schon etwa vorkommen, dass der Mann, der alle Vorgänge in kurze Formeln zu fassen liebte, ein hartes, einseitiges Urteil fällte.

Erkannte P. Basil aber, dass ein Student seiner Hilfe bedürfe, so stand er ihm gerne bei; er verschaffte oder erteilte ihm Privatstunden. Oft machte er Ferienplätze im Welschland ausfindig, schrieb Briefe und sogar Zeitungsartikel für einen Bedürftigen. Wenn er von den Schülern stramme Arbeit forderte, gönnte er ihnen dafür auch Erholung und Kurzweil. Selbst im verkürzten Schuljahr der Kriegszeit wurde die Zahl der Vakanztage nicht vermindert. Er nahm, soweit es die Arbeit erlaubte, an den geselligen Anlässen teil, besonders im Kreis der "Angelomontana", die er als Sektionspapa betreute. Was ihn zur Führung der Schule eigentlich befähigte, war das Verständnis für ihre Eigenart und die Bedürfnisse. Er, der Fachlehrer für Mathematik, liess den humanistischen Disziplinen den Vortritt. Während seiner Amtszeit erhielten Philosophie, Französisch und Deutsch am Lyzeum eine Wochenstunde mehr, Geschichte wurde beim mündlichen Maturitätsexamen wieder eingeführt. Mit den Klosteroberen zusammen war er darauf bedacht, in allen Fächern junge Kräfte ausbilden zu lassen. Auf seinen Antrag wurde 1934 den Bitten vieler Eltern um Gewährung von Weihnachtsferien zugestimmt. Als Rektor vertrat der Verstorbene die Schule nach aussen. Der Verein schweizerischer Mathematiklehrer wählte ihn in den Vorstand; bei den eidgenössischen Maturitätsprüfungen wurde er als Experte beigezogen. 1943 tagten die Rektoren der schweizerischen Mittelschulen in Engelberg.

P. Basil fühlte sich am Ende des Schuljahres 1945 ungewöhnlich erschöpft und litt unter kleinen Schwindelanfällen. Am 23. Juli begann er die Ferienwoche in Grafenort. Im Laufe des schwülen Nachmittags wollte er sich an abgelegener Stelle oberhalb Grafenort durch ein Bad in der Aa erfrischen, verunglückte jedoch. Am Abend sichtete ein Fischer eine Leiche im hohen Wellengang der Aa. Bald darauf fand man den Verunglückten auf einer Sandbank beim Dörfli.

Werke

  • Untersuchungen über den Einfluss der thermischen Behandlung von Platin und Nickel auf die Veränderung ihres Widerstandskoeffizienten (Diss.), Engelberg 1926.
  • Bildungswerte der Geo-metrie, in: SchwSch 24, 1938, S. 201-205.
  • Fünfzig Jahre Universität Freiburg, in: Titlisgrüsse 25, 1938/1939, S. 8-10.

Professnummer

  • Nr. 715

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend vom Nachruf in den Titlisgrüsse 31, 1944/45, S. 74-79, übernommen.

Bibliographie

  • Nachruf P. Basil Buschor, in: Titlisgrüsse 31, 1944/45, S. 74-79.