Bartholomäus Sulger

Aus Kloster-Engelberg
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Bartholomäus Sulger (* in Überlingen; † 17. Juni nach 1597)

Lebensdaten

Profess:

Ämter

Pfarrhelfer in Stans: 1586–1589, 1597–?

Pfarrer in Sins: 1594–1596

Lebensbeschreibung[1]

Die Heimat von P. Bartholomäus war Überlingen am unteren Bodensee. Er kannte wohl den späteren Abt Jakob Suter, der aus dem nahen Radolfszell stammte und ihn auf Engelberg hinwies. Er wird zum ersten Mal erwähnt, als er nach dem Todes des Abtes Rudolf Gwicht von den Herren von Schwyz als dessen Nachfolger in Erwägung gezogen wurde, was aber Luzern entschieden ablehnte. Luzern sollte schon bald Recht bekommen. Sulger fehlte es gewiss nicht an Begabung, er wusste sich bei seiner Umgebung in ein günstiges Licht zu setzen. 1583/84 allerdings wurde er aus dem Kloster ausgewiesen.[2] Er lebte im Konkubinat, wie die Visitation von 1586 zeigt. Am 12 Mai 1586 beklagten sich die Schwyzer, er stifte in Unterwalden viel Unruhe. Die Schirmorte berichteten über Sulger auf der Jahrrechnung vom 18. Mai 1586 und gaben dem Luzerner Boten Peter Feer als Instruktion mit: "Zum 3. was den unruhigen, ausgelaufenen Mönch Her Bartholomäus betrifft, der sich jetzt eine Zeitlang zu Stans in Unterwalden aufhält und viel unrichtige Kosten oder Unruhen im Kloster anzustiften vorhatte, auch vorher lange auswärts war, solle Feer in allem Ernst dem Landvogt behilflich sein und Befehl und Gewalt haben, den ungehorsamen Mönch vom Ort zu verweisen."[3] Die Schirmorte bestimmten darauf, er solle samt seiner Mutter und Kind ausserhalb des Klosters bleiben. Zum Verständnis sei der Befund der Visitation von 1586 beigefügt: Bartholomäus Solger (Sulger) von Überlingen, Sohn aus rechtmässiger Ehe, Mönch von Engelberg, Pfarrhelfer in Stans. Er sagt, dass er mit Einwilligung seines Abtes (Blattmann) für zwei Jahre ausserhalb des Klosters leben dürfe. Er hat einen Sohn von einer Klosterfrau von Engelberg, die bereits gestorben sei. Beide sind von ihrem Abt gestraft und losgesprochen worden. Er legt viermal im Jahr eine Beichte ab. Er besitzt keine Synodal­statuten. Er ist irregulär wegen Wiederholung der Taufe. Er kennt auch die Ehehindernisse nicht.[4] 1589 erhielt er als Pfarrhelfer in Stans den Abschied und als Geschenk ein Paar Hosen, wie es damals oft vorkam. 1590 wurde er auf die Andacherpfründe in Stans gewählt. 1591 war er Kaplan zu St. Wolfgang bei Cham,[5] 1594 bis 1596 Pfarrer in Sins.[6] Am 28. Februar 1597 wird er zum zweiten Mal Pfarrhelfer in Stans. Er lieh sich von der Regierung in Stans 20 Kronen. Da er aber diese nicht zurückerstattete, wurde sein ganzer Hausrat mit Arrest belegt. Oberst Kaspar Lussy sprach indes für ihn und nahm ihn mit sich auf einen Feldzug. In der Bibliothek erinnert noch eine kleine Ausgabe der Dialoge des heiligen Gregors an ihn, ein Druck von Venedig von 1490 in Duodezformat mit Eintrag des Namens. Sein Name wird auch erwähnt in dem von P. Peter Hurni geschriebenen Cod. 441 über das Muttergottesoffizium. Sein Tod ist zum 17. Juni eingetragen.

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Krütli, Joseph Karl (Hg.): Amtliche Sammlung der älteren Eidgenössischen Abschiede 1556-1586, Bd. 4, Abt. 2, Bern 1861, S. 1450.
  3. Collectanea Tanner 2 (1500-1600), StiArEbg cod. 282, S. 314.
  4. Vasella, Das Visitationsprotokoll über den Schweiz. Klerus des Bistums Konstanz von 1586, Bern 1963, S. 129.
  5. Iten, Tugium sacrum I.
  6. Hess, Die Pfarrgeistlichen, S. 104.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 101.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.