Augustin Zürcher

Aus Kloster-Engelberg
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Augustin (Peter) Zürcher (* 26. November 1777 in Menzingen; † 6. November 1814 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 30. Juli 1797

Priesterweihe: 7. Dezember 1800

Ämter

Lehrer an der Stiftsschule: 1807–?

Kapellmeister: 1807?–1814?

Kustos: 1807?–1811?

Unterpfarrer in Engelberg: 1809–1810

Pfarrer in Engelberg: 1811–1814

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Peter Joseph Zürcher und der Anna Katharina Schmid.

Paten: Peter Zürcher aus Ägeri, Pfarrer, ein naher Verwandter, und M. Theresia Uhr.

Firmpate: Joseph Silvan Schmid.

Lebensbeschreibung[1]

Die Familie Zürcher war in Menzingen heimatberechtigt. Hier wurde er den Eltern Peter Joseph Zürcher und Anna Katharina Schmid am 26. November 1777 geboren und auf den Namen Peter Joseph Konrad getauft. Als Paten standen ihm zur Seite: Pfarrer Peter Zürcher aus Ägeri, ein naher Verwandter, und M. Theresia Uhr. Die Firmung erhielt er am 13. August 1780, Pate war Joseph Silvan Schmid. Der Taufschein ist datiert am 29. September 1796 und unterschrieben von Joseph Franz Schön, Pfarrer und Sextar, Menzingen.

Am 23. Juli 1796 legte Peter dem Kapitel die Bitte um Zulassung zum Noviziat vor. Er wurde hier als "verus Israelita sine dolo" bezeichnet. Er erhielt bereits am 30. Juli das Kleid des heiligen Benedikt und konnte am gleichen Datum des folgenden Jahres als Fr. Augustin die Profess ablegen.[2] Nach der Befragung durch die helvetische Kommission vom 2. November 1798 war er Bürger von Menzingen und dort aufgewachsen, 20 Jahre alt. Die Inferiora machte er zum Teil in St. Johann im Toggenburg, einem Zweig der Klosterschule St. Gallen, sowie in Engelberg. Hier machte er auch die Superiora. Das Kapitel nennt ihn fromm und begabt, von gutem Charakter und einen guten Musiker.[3]

Über den jungen Peter Zürcher liegen sehr lobende Zeugnisse vor, so aus Menzingen vom Schulherrn Josef Walter Staub, der am 7. Herbstmonat 1791 seinen guten Charakter und seine musikalische Begabung rühmte, so auch vom Präfekten der Schule in St. Johann und vom Präses der dortigen Kongregation, ausgestellt am 3. September 1794. Für das Jahr 1796, also vor dem Klostereintritt, ist noch eine Rechnung vorhanden, die für Bett, Wäsche, Schuster, Schneider, Tuch, für ein "Basettlin" (Musikinstrument), für Notenpapier, für Schuhschnallen, für ein Messer, für Bücher den Betrag von 145 gld notiert und von P. Josef Huosinger ausgestellt ist.[4] Der Präfekt in St. Johann hatte zwar dem Vater geraten, seinen Sohn in die Klosterschule Muri zu bringen. Aber offenbar war die Verbindung der Familie mit Engelberg enger, sodass der Sohn dann in Engelberg eine neue Heimat fand. Ein Brief von Johann Zürcher in der Schwand, dem Bruder des P. Augustin, verrät, dass er 1818 bei ihm in Engelberg zu Besuch war, gab Grüsse an den Abt und an P. "Kuchelmeister" auf, meldete auch, dass er auf der Heimreise auf dem Zugersee in einen Sturm geraten sei, "ich glaubte schon Wittwer zu werden".[5]

Alle Weihen erhielt er durch Bischof Joseph Anton Blatter in Sitten, die niederen Weihen am 19. September 1800, den Subdiakonat am 20. September, den Diakonat am 22. September mit dem Privileg der Umgehung der vorge­schriebenen Interstitien. Am 7. November hatte der Kanzler Anton Fournier dem Abt mitgeteilt, der Bischof stehe auch für die Priesterweihe zur Verfügung, sobald P. Augustin wegen der Schwierigkeiten des Winterwetters im Wallis erscheinen könne. Am 7. Dezember 1800 wurde P. Augustin in Sitten zum Priester geweiht, die Dispens vom mangelnden Alter erteilte ihm der Nuntius.

1806 wurde ihm eine Vakanz gewährt mit einem Vakanzgeld von 18 gld. 1807 war er Lehrer der unteren Klassen und Instruktor in der Singkunst geworden. Er war ausserdem Kapellmeister, Kustos, Katechet an der Volksschule, Präses der drei Bruderschaften und Unterpfarrer in Engelberg. Er war nach zeitgenössischen Berichten von kräftiger Gestalt und guter Gesundheit. Am 25. Oktober 1811 wurde er Pfarrer in Engelberg.[6] Schon am 6. November 1814 starb P. Augustin. Er wurde von einem störrischen Pferd in die Hüfte getreten und starb an den Folgen dieses Unfalls nach heftigen Schmerzen im Alter von erst 37 Jahren.[7]

Professnummer

  • Nr. 588

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Acta capitularia IV (Juni 1754 – Dez. 1797), StiArEbg cod. 193, S. 627.
  3. Vogel, Catalogus biogr. S. 202, dazu Acta capitularia VI (1798–1800), StiArEbg cod. 278, S. 80.
  4. Über die Aussteuer für P. Augustin stellte P. Karl Stadler als Kapitelssekretär einen Accord auf: "Herr Kilchmeier Zürcher, der seinen Sohn in das Kloster Engelberg geben will, stellt folgenden Accord auf in Gegenwart seines Schwagers, Herrn Fürsprech Schmid. Er vergabt dem löblichen Stift 100 Louisdors, 50 sind zahlbar am Tag der heiligen Profession, 50 nach einem Jahr, ohne Zins. Herr Kilchmeier verspricht, alle gewöhnlichen Ausgaben für Kleider, Brevier und Kost, wöchentlich 20 Batzen, bis zur Profession zu bezahlen, auch ein aufgerüstetes Bett mit Umhängen, 12 Hämpter (Hemden), ebensoviele Schnupftücher, Waschtücher, Tisch- und Handzecheln wie gewöhnlich auf die Profession und eine anständige Kirchensteuer auf die Primiz anzuschaffen. Engelberg, den 30. März 1796. P. Karl Stadler, Secretär. Peter Josef Zürcher."
  5. Diese Angaben wurden P. Gall Heer am 6. April 1968 von Resignat Albert Iten, Zug, zugestellt. P. Gall liess sie durch P. Raymund Vollmeier fotokopieren, um sie im Archiv abzulegen. Sie stammten aus dem alten Herrenhaus zur Schwand in Menzingen, dem Elternhaus der Maria Hegglin, Frau von Bundesrat Philipp Etter, wo, nach einem Brief zu schliessen, ein Bruder des P. Augustin wohnte.
  6. Acta capitularia VIII (1810–1842), StiArEbg cod. 280, S. 11.
  7. Vogel, Catalogus biogr., S. 202; Acta capitularia VIII (1810–1842), StiArEbg cod. 280, S. 25; Iten, Tugium sacrum II, S. 44.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 139, Nr. 588.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.