Augustin Heinrich

Aus Kloster-Engelberg
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Augustin (Wolfgang) Heinrich (* 4. Mai 1722 in Ägeri; † 6. April 1776 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 11. Juni 1741

Priesterweihe: 12. Juni 1745

Primiz: 11. Juli 1745

Ämter

Lehrer an der Stiftsschule: 1745–1748?

Präzeptor: 1745–1748?

Pfarrer in Abtwil: 1748–1754, 1764–1772, 1775–1776

Pfarrer in Engelberg: 1754–1755

Grosskellner: 1755–1764

Vestiar: 1762–1764

Zeremoniar: 1762–1764

Prior: 1772–1775

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Oswald Heinrich, Kammerdiener des Abtes Maurus Rinderli, und der Maria Magdalena Iten.

Paten: Pfarrer Wolfgang Hasler und A. Katharina Iten.

Firmpate: Franz Iten

Lebensbeschreibung[1]

Die Familie von P. Augustin stammte aus dem zugerischen Oberägeri. Hier wurde der junge Heinrich als Sohn des Oswald Heinrich, Kammerdiener des Abtes Maurus Rinderli, und der Maria Magdalena Iten am 4. Mai 1722 geboren und in der dortigen Kirche auf den Namen Wolfgang Donat getauft. Als Paten sind Pfarrer Wolfgang Hasler und A. Katharina Iten vermerkt. Die Firmung erhielt er durch den Generalvikar von Konstanz in Zug, wie der Firmpate Franz Iten bezeugt. Der unterzeichnende Pfarrer von Aegeri, Beat Jakob Hürlimann, gestand allerdings, er habe das genannte Datum nicht feststellen können. Das Zeugnis ist ausgestellt am 16. August 1739. Am Tag darauf unterschrieb auch der Pfarrer von Unterägeri, Bernhard Fliegauf, Sextar des Kapitels Zug.

In Engelberg erschien der junge Heinrich zum ersten Mal am 28. November 1737, da sein Vater das Kostgeld für seinen Sohn Wolfgang im Betrag von 65 gld bezahlte.[2] Am 9. Oktober 1739 kam er mit drei Kandidaten vor das Kapitel und ersuchte um Aufnahme ins Noviziat. Sie waren bereits vier Jahre an der Klosterschule gewesen. Als Mitgift ver­sprach der Vater 1000 flor. an Gülten, einen Kelch und Kleider bis zur Profess aus dem Erbe der Mutter. Was der Vater dereinst als Erbe hinterlassen würde, sollte dem Sohn zugute kommen. Dieser wird vom Kapitel als sehr begabt geschildert.[3] Man war aber nicht sehr geneigt, neue Novizen aufzunehmen, man habe schon genug Luzerner und Zuger. Zudem wollte man keine Blutsverwandten im Konvent. Denn P. Wolfgang Iten war "consobrinus", also ein Vetter Heinrichs. Mit der musikalischen Begabung des Kandidaten sei es nicht weit her. Am 23. Mai 1740 entschied man mit schwacher Mehrheit, von dieser Blutsverwandtschaft zu dispensieren. Der Kandidat habe keinerlei private Neigungen zu seinem Vetter. Er sei fromm und begabt, wenn auch nicht in der Musik. Er wurde schliesslich im Kapitel angenommen und zusammen mit Xaver Wirz am ll. Juni eingekleidet. Die anderen Anwärter dagegen, Corragione und Tschopp, wurden abgewiesen. Am 24. Mai 1741 wurde er zur Profess zugelassen, die er am 11. Juni 1741 auf den Namen Augustin ablegte.

Am 4. Februar 1739 zahlte der Vater Oswald als Tischgeld 65 gld, am 12. Juni 1741 das Tischgeld bis zur Profess im Betrag von 158 gld. Am 17. Juni: "Für den Kelch, den ich dem Goldschmied Fuchs mit Silberware bezahlt habe 129 gld." Er studierte Philosophie und Theologie im Kloster. Den Subdiakonat spendete ihm Nuntius Carlo Francesco Durini am 8. Juni 1743 in dessen Hauskapelle, den Diakonat erhielt er am 30. Mai 1744 von Bischof Josef Benedikt von Rost in Chur. Die Priesterweihe erteilte Nuntius Filippo Acciaiuoli am 12. Juni 1745 in der Peterskapelle in Luzern, nachdem er Dispens vom Hindernis mangelnden Alters erhalten hatte. Die Primiz folgte am 11. Juli 1745. Von Goldschmied Fuchs in Einsiedeln erhielt er den Kelch, ebenso ein Messgewand mit Albe. Der Abt gab ihm dafür Silberwaren.[4] 1743 trat ein Herr Patritius Hasler mit 800 gld in Erscheinung, "die wir von Aegeri auf die Aussteuer R.P. Augustini bekommen haben". Der Vater war wohl inzwischen gestorben, sodass Hasler für den Jungen aufkam.[5]

Am 31. Mai 1743 wurde P. Augustin, noch als Frater, Subzeremoniar. Bald nach der Primiz wurde er am 6. November 1745 Präzeptor der Klosterschule. 1747 war er dort Lehrer der Rhetorik und der Humanität. Am 20. November 1748 wurde er erster Pfarrer der am 7. November endgültig von Sins abgetrennten Pfarrei Abtwil und blieb dort bis am 22. Juli 1754. Anschliessend übernahm er das Amt des Pfarrers von Engelberg. Ab dem 28. November 1755 war er als Grosskellner des Klosters tätig, dazu ab 1762 als Vestiar und Zeremoniar. Am 30. November 1764 kehrte er als Pfarrer nach Abtwil zurück. Im Juni 1772 rief ihn Abt Leodegar Salzmann als Prior ins Kloster zurück, doch blieb er im Herzen Pfarrer von Abtwil und kehrte am 21. Januar 1775 erneut dorthin zurück. Am 6. April 1776, am Karsamstag, starb er dort und fand als erster sein Grab auf dem dortigen Friedhof.[6] Aus seinem Nachlass hat sich ein von ihm benützter und mit Besitzervermerk versehener Band erhalten "Jacobus Masenius SJ Exerzitationes oratoriae", Köln 1669, mit dem Eintrag: "Ad usum comparavit Fr. Augustinus Heinrich. Lege, perlege, volve, revolve, sed recita pro me Pater et Ave, amice chare."[7]

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. StiArEbg cod. 33, S. 602.
  3. Acta capitularia II (Okt. 1737 – Dez. 1746), StiArEbg cod. 191, S. 100.
  4. StiArEbg Rb. 12. Juni 1745.
  5. Es dürfte sich um Johann Patrizius Hasler handeln, Kirchmeier von Oberägeri, der in Tugium sacrum (I, S. 215) als Vater des Johann Josef Hasler, Pfarrers in Aegeri, erwähnt ist.
  6. Zum Kelch vgl. Hess, Goldschmiedearbeiten, S. 17, zu den Lebensdaten vgl. Vogel, Catalogus biogr., S. 144.
  7. Über den Autor Masenius vgl. Koch, Jesuitenlexikon 1934, 1978. Über die Tätigkeit Heinrichs in Abtwil vgl. Rohner, Aus der Kirchengeschichte von Abtwil, S-A 1948, 16ff und Hess, Die Pfarrgeistlichen, S. 118.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 130.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.