Athanas Simmen

Aus Kloster-Engelberg
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Athanas (Peter) Simmen (* 7. Mai 1884 in Realp; † 9. Juli 1963 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 14. Oktober 1906

Priesterweihe: 16. Mai 1909

Primiz: 20. Mai 1909

Ämter

Lehrer an der Stiftsschule: 1909–1914

Unterpfarrer in Engelberg: 1911–1914

Spiritual in St. Niklaus von Flüe: 1914–1931

Spiritual in Wonnenstein: 1932–1939

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Felix Maria Simmen.

Lebensbeschreibung[1]

P. Athanas Simmen wurde am 7. Mai 1884 in Realp geboren. Seine Eltern waren Bauern. Ein Bruder war der spätere Kanonikus und Pfarrer Benjamin Simmen in Zürich, Pfarrei Herz Jesu Wiedikon. P. Bonifaz Regli, der selbst aus Realp stammte, muss in den Tagen seines Heimataufenthaltes der kleine Peter aufgefallen sein, denn er veranlasste, dass der intelligente und gut erzogene Knabe 1897 die Engelberger Klosterschule besuchen konnte. Wenn das Heimweh den jungen Gymnasiasten auch einmal über die Surenen nach Realp zurücktrieb, so entschloss er sich trotzdem, nach der Matura um Aufnahme ins Noviziat zu bitten. Am 14. Oktober 1906 legte er als Frater Athanas die Profess ab. Am 16. Mai 1909 empfing er die Priesterweihe und feierte seine Primiz am 20. Mai.

Während zwei Jahren war P. Athanas Klassenlehrer an der Stiftsschule und wurde dann zum Unterpfarrer von Engelberg ernannt, als welcher er aber dem Schulfach treu blieb und bis 1914 Mathematik lehrte, sowohl am Gymnasium wie an der Realschule. Zeitweise gab er auch die erste Einführung in die italienische Sprache. An freien Schultagen führte er seine Schüler gerne zum Alpenrösli, hinter der Herrenrüti. Die Grenze ist dort durch ein auf Stein gemaltes Urnerwappen, den Uristier, gekennzeichnet. P. Athanas machte sich einen Spass daraus, von seinen Schülern zu verlangen, dass sie diesen "Muni" küssten, um so das Hoheitsrecht der Urner in unserem Tal vollauf zu manifestieren. Dem Wirken des jungen Lehrers machte ein heimtückisches Ohrenleiden ein schmerzvolles Ende. Eine zunehmende Gehörbehinderung machte P. Athanas das Lehren an der Schule unmöglich. Auf Bitte der Obern übernahm er die Beichtigerei im Melchtal, wo er siebzehn Jahre lang wirkte. Von 1932 bis 1939 betreute er die Schwestern vom Kloster Wonnenstein. Auch diesen Posten vermochte er wegen seines Leidens mit der Zeit nicht mehr zu versehen.

Sein Gebrechen bewog den Abt 1939, ihn für immer ins Kloster zurückzuberufen. Hier suchte er den Tag durch Schreibarbeiten, die er den Mitbrüdern gerne abnahm, aufzulockern. Vor allem aber begann er für lange Stunden vor dem Tabernakel zu weilen und mit dem Heiland Zwiesprache zu halten. Gar nachts verrichtete er sein Breviergebet. Da P. Athanas in freien Stunden nicht wie andere in frohem Gespräch und beglückender Gemeinschaft sich ausspannen konnte, erlaubten ihm die Oberen einen täglichen Spaziergang, den er so gewissenhaft machte, wie er sein Brevier betete. Seine grösste Freude war es, wenn ihm Kinder begegneten. Da verlor er die Hem­mungen, die ihn einen Bogen selbst um Bekannte machen liessen, dann plauderte er und "knoschte" in seinen tiefen Kuttentaschen nach Zeltli, Nüssen oder Guetzli, weshalb er im Kindermund einfach "der Guetzli­pater" genannt wurde. P. Athanas starb am 9. Juli 1963.

Professnummer

  • Nr. 694

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend vom Nachruf in den Titlisgrüsse 49, 1962/63, S. 105-107, übernommen.

Bibliographie

  • Nachruf P. Athanas Simmen, in: Titlisgrüsse 49, 1962/63, S. 105-107.