Arnold von Wil

Aus Kloster-Engelberg
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Arnold von Wil (* unbekannt; † 29. Juni 1295 in Engelberg)

Ämter

Kammerdiener des Abtes: 12?–1276

Abt: 1276–1295

Lebensbeschreibung[1]

«Arnoldus de Luceria»[2] war 1273 Priester und äbtlicher Kämmerer[3] und wurde 1276 zum Abt gewählt.[4] Für sein Ansehen an höchster kirchlicher Stelle sprechen zwei Aufträge des Papstes Martin IV.: am 7. Oktober 1284 sollte er dem Kloster Rathausen LU[5] und am 31. Oktober 1284 dem Kloster St.Johann im Thurtal[6] zur Wiedererlangung ent­fremdeter Güter verhelfen. Vermutlich wollte er auch im eigenen Konvent die Zügel etwas straffer anziehen. 1284 ersuchte er jedenfalls den Papst um Hilfe wegen Streitigkeiten, Gehorsamsverweigerung und eigentlichen Ver­schwörungen unter den Patres und Brüdern.[7] Abt Arnold erhielt etliche Besitzungen und Vergünstigungen für sein Kloster, so etwa am 9. Oktober 1277 ein Haus am Neumarkt in Zürich,[8] von den Herren von Froburg 1280 einzelne Güter im Grafenort[9] und 1278 die Zollfreiheit in allen froburgischen Gebieten.[10] Abt Arnold starb am 29. Juni 1295.[11]

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von der Helvetia Sacra (III I, S. 616) übernommen.
  2. So lautet die zeitgenössisch überlieferte Namensform; die Bezeichnung «von Wil» stammt aus dem 17.J h. (Plazidus Knüttel); möglicherweise gehörte Arnold dem gleichnamigen Luzer­ner Geschlecht an, siehe Durrer, Familiennamen, S. 143.
  3. QW I/1, S. 490f. Nr. 1086. Urkunden Engelberg, Nr. 131.
  4. Erstmals bezeugt am 24. November, QW I/1, S. 550, Nr. 1204. Urkunden Engelberg, Nr. 141.
  5. QW I/1, S. 660, Nr. 1439.
  6. lbidem, S. 660, Nr. 1440. Urkunden Engelberg, Nr. 158. Johann Keckeis, Das Kloster St. Johann im Thurtal, in ZSKG 37, 1943, S. 66.
  7. Päpstliche Bulle vom 18. Dezember 1284, S. QW I/1, S. 66 vgl. Nr. 1441. Urkunden Engelberg, Nr. 159.
  8. QW I/1, S. 566, Nr. 1239. Urkunden Engelberg, Nr. 146.
  9. QW I/1, S. 611 Nr. 1339. Urkunden Engelberg, Nr. 151.
  10. QW I/1, S. 570, Nr. 1267. Urkunden Engelberg, Nr. 148.
  11. Die Annalen geben das Jahr 1294 an, Jahrbücher Engelbergs, S. 104 und 110. Arnold urkundet aber noch am 23. Januar 1295, QW I/2, S. 41, Nr. 91. Urkunden Engelberg, Nr. 166. Der Todestag in StiBiEbg cod. 26, f. 13r. Jahrzeitbücher Engelbergs, S. 252.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense, Luzern 1882, S. 27.
  • Heer, Gall: Aus der Vergangenheit von Kloster und Tal Engelberg 1120–1970, S. 67-72.
  • Helvetia Sacra III I, S. 616.