Anselm Weingartner

Aus Kloster-Engelberg
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Anselm (Kaspar) Weingartner (* 1. April 1719 in Luzern; † 14. Februar 1767 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 15. Mai 1740

Priesterweihe: 8. Juni 1743

Primiz: 22. Juli 1743

Ämter

Kapitelssekretär: 1744–1746?, 1749–1750?

Direktorist: 1744–1746?

Kaplan in Abtwil: 1746–1748

Präzeptor: 1748–1749

Küchenmeister: 1749–1750?

Grosskellner: 1754–17?

Pfarrer in Auw: 1750–1754?

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Franz Josef Weingartner und der Elisabeta Bolliter.

Paten: Caspar Weingartner und Frau Anna Maria Balthasar.

Firmpate: Pfarrer Johann Baptist Büeler von Risch.

Lebensbeschreibung[1]

P. Anselm stammte aus der Stadt Luzern und wurde den Eltern Franz Josef Weingartner und der Elisabeta Bolliter am 1. April 1719 geboren und in der Hofkirche auf den Namen Kaspar Sebastian Josef Anton getauft. Als Paten werden genannt Caspar Weingartner und Frau Anna Maria Balthasar. Bei der Firmung war Pfarrer Johann Baptist Büeler von Risch Pate. Der Spender ist nicht genannt. Das Zeugnis trägt die Unterschrift des Pfarrhelfers Ludwig Anton Schobinger und ist datiert am 13. Januar 1739. Am 16. Mai 1740 zahlte Peter Stocker von Luzern, wohl ein naher Verwandter, an die Aussteuer seines gewesenen Vogtkindes 750 gld. Bereits vom 30. September 1739 datiert eine Zahlung von 46 gld. notiert.[2]

Er hatte seit 1734 die Schule der Jesuiten bis zur Physik besucht. 1738 trat er ins Noviziat ein.[3] Er hatte Schwierigkeiten wegen der Musik, denn musikalische Fähigkeiten waren damals fast unerlässlich.[4] Er wurde aber doch zum Noviziat zugelassen und legte am 15. Mai 1740 die Profess als Frater Anselm ab. Die Weihe des Subdiakonates empfing er am 29. September 1740 in der Nuntiaturkapelle des Legaten Carlo Francesco Durini, ebendort auch den Diakonat am 27. Mai 1741 und den Presbyterat am 8. Juni 1743. Die Primiz feierte er am 22. Juli 1743. Am 8. Juni 1741, also noch vor den Weihen, wurde er Subarchivar.[5] Am 24. November 1744 ist er Kapitelssekretär, bald auch Rubrizist.[6] Am 27. Mai 1746 war er Kaplan in Abtwil, er blieb hier bis November 1748. Dann übernahm er in Engelberg als Präzeptor die Leitung der Klosterschule.[7]

Im folgenden Jahr war er Küchenmeister, dazu Kapitelssekretär.[8] Am 22. April kam er wieder ins Freiamt und war bis Juni 1754 Pfarrer in Auw.[9] 1754 erscheint er als Grosskellner in Engelberg.[10]

Er war von grosser und kräftiger Gestalt, wie sich bei der Öffnung der Klostergruft zeigte.[11] Er starb am 14. Februar 1767 nachmittags um vier Uhr, nachdem er während 24 Stunden an schweren Erstickungsanfällen gelitten hatte. Der Arzt hatte gute Aussichten gemacht, doch verfiel der Kranke unerwartet in Agonie und starb bald darauf.[12] Er verschied im Beisein von P. Prior, versehen mit allen Sakramenten.[13]

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. StiArEbg cod. 33, S. 619. Stocker trat als Vormund auf, da der Vater Franz Josef am 28. Juni 1737 im Obergrund in Luzern gestorben war, also noch vor seinem Klostereintritt. Da in der Familie vier Kinder lebten und jedes 1000 gld erbte konnte, Caspar aber schon 300 gld. für Kleider und Studien erhalten hatte, konnte Stocker nicht mehr geben. Wenn sein Bruder ohne Kinder sterbe, werde er noch 200 gld. dazu geben. Vgl. Acta capitularia II (Okt. 1737 – Dez. 1746), StiArEbg cod. 191, S. 89.
  3. Staatsarchiv Luzern, Verzeichnis der Schüler II, S. 262 f.
  4. Acta capitularia II (Okt. 1737 – Dez. 1746), StiArEbg cod. 191, S. 109.
  5. Acta capitularia II (Okt. 1737 – Dez. 1746), StiArEbg cod. 191, S. 188.
  6. Ibidem, S. 314.
  7. Acta capitularia III (Jan. 1747 – Juni 1754), StiArEbg cod. 192, S. 113.
  8. Ibidem, S. 222.
  9. Hess, Pfarrgeistliche, S. 116.
  10. Acta capitularia IV (Juni 1754 – Dez. 1797), StiArEbg cod. 193, S. 45.
  11. StiArEbg Hauschronik «Strählplätzli» (1913), 6. Januar.
  12. Acta capitularia IV (Juni 1754 – Dez. 1797), StiArEbg cod. 193, S. 18.
  13. Vgl. Angaben über die Genealogie der Familie bei Leo Weingartner, Pfarrer von Hl. Kreuz TG. 8. August 1963.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 129.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.