Anselm Fellmann

Aus Kloster-Engelberg
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Anselm (Dagobert) Fellmann (* 21. Juni 1890 in Sursee; † 17. Oktober 1970 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 5. Oktober 1912

Priesterweihe: 1. Juni 1916

Ämter

Lehrer an der Stiftsschule: 1917–1921

Lehrer der Fratres: 1917–1921

Katechet in Baldegg: 1921–1928

Bibliothekar: 1928–1931

Pfarrer in Engelberg: 1931–1935

Grosskellner: 1935–1951

Kaplan in Melchtal: 1951–1970

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Dominik Fellmann und der Barbara Bossart.

Onkel: Abt Basil Fellmann

Lebensbeschreibung[1]

P. Anselm am 21. Juni 1890 in Sursee geboren, wo er auch zuerst die Schulen besuchte. Dem Kloster Engelberg stand P. Anselm schon früh nahe durch seinen Onkel, P. Basil Fellmann, dem einstigen Präfekten des Kollegiums und späteren Prior und Abt. Dieser mag einen mitbestimmeden Einfluss auf seinen Neffen ausgeübt haben, dass Dagobert Fellmann nach der Maturität sich zum Klosterberuf entschied.

1916 fanden die eigentlichen Studien für P. Anselm vorläufig ihren Abschluss durch die Weihe zum Priester. Sinn und Begabung für Rechtsstudien bestimmten den jungen Priestermönch zum Universitätsstudium in Rom und an der katholischen Freiburger Hochschule, wo P. Anselm in kürzester Studienzeit mit höchster Auszeichnung zum "Doctor iuris utriusque" promovierte. Diese Studien wurden schon nach einem Jahr unterbrochen. Denn der Jahresbericht 1917/18 erwähnte den Eintritt P. Anselms in die Schularbeit. Er lehrte am Kollegium Philosophie und Italienisch, später auch Geschichte und Mathematik, dazu noch an der theologischen Hausschule Moraltheologie, und Kirchenrecht. P. Anselm fühlte sich im Schuldienst aber nicht in seinem Element. Er war mehr der Gelehrte und Wissenschaftler und so sagte ihm denn auch eine kurze Professur an der Benediktiner-Hochschule Sant'Anselmo in Rom, wie später im Kloster das Amt als Bibliothekar eher zu.

Sein eigentlichstes Betätigungsfeld jedoch war die Seelsorge. In relativ jungen Jahren war er Katechet im Schwesterninstitut Baldegg (1921 bis 1928), wo P. Anselm als Pionier der aufstrebenden liturgischen Bewegung begeistert und begeisternd sich einsetzte: Pflege der Liturgie und des Choralgesanges bedeuteten für ihn sein Leben lang Herzensanliegen.

So fühlte er sich denn auch glücklich, als er 1931 die Pfarrei Engelberg übernehmen durfte. Kaum aber hatte sich P. Anselm in diese Aufgabe recht eingelebt und eingearbeitet, erging 1935 an ihn der Ruf auf einen neuen, ganz anders gearteten Posten. Der erfahrene und versierte Jurist war der geeignete Mann als Klosterökonom. Es waren verantwortungsschwere und bisweilen sorgenvolle Jahre. Stand doch der Zweite Weltkrieg schon nahe bevor. Vor allem war es der Bau des eigenen Kraftwerkes, der ihn in Anspruch nahm. Die Klosterverwaltung bereitete ihm in diesen Jahren so manche schlaflose Nacht. Begreiflich, dass diese Zeit nicht nur an den physischen, sondern auch an den seelischen Kräften des energischen, unternehmungsfreudigen Mannes zehrten, zumal er oft schmerzlich die Spannung zwischen weltlicher Verwaltungsarbeit und klösterlich-priesterlicher Existenz spürte.

Pater Anselm war froh, dass ihm 1951 diese Last abgenommen wurde, und er sich wieder der Seelsorge widmen konnte. Die nun folgenden 18 Jahre in der Kaplanei Melchtal bedeuteten freilich keineswegs ein Ruhestand, wenngleich P. Anselm bereits die Schwelle der 60 überschritten hatte. Er betreute die einheimische Bevölkerung und die Pilger. Seine menschliche Aufgeschlossenheit und sein christlicher Humanismus zogen gar viele Menschen an, die Rat und Hilfe in ihren Anliegen suchend an der Türe der Melchtaler Kaplanei anklopften. Bei dieser Gelegenheit lernte er auch den späteren Papst Paul VI. kennen, der im Gästebuch P. Anselms wiederholt versichert, in P. Anselm stets einen wirklich gütigen und verstehenden priesterlichen Freund gefunden zu haben.

Im Sommer 1970 nahm P. Anselm Abschied von Melchtal und kehrte nach Engelberg ins Kloster zurück. P. Anselms Kräfte nahmen zusehends ab, alle ärztliche Sorge und Kunst vermochten keine Besserung zu bringen. Der Geist des Schwerkranken jedoch blieb bis zum letzten Augenblick klar. So tat er klar bewusst den letzten entscheidenden Schritt. Der Tag hatte sich geneigt. P. Anselm konnte sein "Adsum" erneuern, mit dem er einst bei der Profess und bei der Priesterweihe dem Herrn als Mönch und Priester sich ganz zur Verfügung gestellt hatte.

Werke

  • Die kirchenrechtliche Stellung des Klosters Engelberg. (Diss.) Engelberg 1917.
  • Staat und Sittengesetz. MS I 6, 1920, S. 25-29, 37-39.
  • Die liturgische Bewegung, in: Titlisgrüsse 17, 1931, S. 20-34.
  • Das Gebet der Kirche, in: Schweizerische Kirchenzeitung 103, 1935, S. 73f.
  • Unser Kraftwerk, in: Titlisgrüsse 29, 1942/1943, S. 16-21, 86-91, 102-109.

Professnummer

  • Nr. 709

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend vom Nachruf in den Titlisgrüsse 57, 1970/71, S. 37-39, übernommen.

Bibliographie

  • De Kegel, Rolf: Kardinal Montini und das Kloster Engelberg, in: Titlisgrüsse 98, 2012, S. 29-45. (Über seine Beziehungen zum späteren Papst Paul VI.)
  • Fässler, P. Franz, in: Vaterland Nr. 244, 21. Oktober 1970, S. 9.
  • Nachruf P. Anselm Fellmann, in: Titlisgrüsse 57, 1970/71, S. 37-39.