Adelhelm Zurgilgen

Aus Kloster-Engelberg
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Adelhelm (Ludwig) Zurgilgen (* 26. Januar 1620 in Luzern; † 19. Mai 1675 in Sins)

Lebensdaten

Profess: 18. Oktober 1638

Priesterweihe: 22. Februar 1644

Primiz: 6. März 1644

Ämter

Präfekt der Stiftsschule: 1644–1660

Kaplan in Sins: 1660

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Johann Jodok Zurgilgen und der Elise Zurgilgen-Pfyffer.

Lebensbeschreibung[1]

P. Adelhelm wurde am 26. Januar 1620 als Solm des Johann Jodok Zurgilgen und der Elise Zurgilgen-Pfyffer geboren. Die Studien absolvierte er zur Hauptsache in Luzern als "Ludovicus Lucernensis".[2] 1637 trat er ins Engelberg ins Noviziat ein und legte ein Jahr darauf, am 16. Okt. 1638 seine Profess ab. Für das Studium der Theologie kehrte er wieder nach Luzern zurück und erhielt am 5. April den Diakonat, am Tag, da Fr. Karl Troger Subdiakon wurde, in der Hofkirche durch den Nuntius. Die Priesterweihe empfing P. Adelhelm in der alten Jesuitenkirche, ebenfalls durch den Nuntius, am 19. Februar 1644, am Quatembersamstag.[3] Zum Klostereintritt hatte er von den Eltern als Aussteuer 1500 Gulden erhalten und zwar in Gülten.[4] Die Primiz feierte er am 6. März 1644. Seine erste Tätigkeit im Kloster war der Schule gewidmet. Er wirkte ab 1644 als Präfekt. 1660 kam er als Kaplan auf die St. Katharinapfründe in Sins.[5] P. Adelhelm nahm in seiner Zeit als Katharinenkaplan in Sins auch an der ersten Bruder-Klaus-Feier am 10. Januar 1671 teil. Zusammen mit seinem Mitbruder P. Anselm von Atzigen trug er ein grosses Bild des 1669 selig gesprochenen Ranftheiligen in einem grossen Festumzug durchs Dorf.[6]

Von P. Adelhelm sagte P. Ildephons Straumeyer: "non tam scriptis, quam sanctitate clarus."[7] Er wurde noch zu seiner Zeit von den Bauern in Ehren gehalten, ja verehrt.[8] Dort wird er als Verfasser deutscher und lateinischer Marienlieder genannt sowie als Autor einer kleinen Szene zur Feier der Abtswahl von Plazidus Knüttel 1630. Die Obwaldner Geschichtsblätter II (1904) zitieren von ihm ein "Epigramma Hendecasylabium ad Reverendos Fratres defendentes (Athanasius de Castanea et Anselmo ab Atzigen) in Physiognomia Philosophica".[9] Besonders erwähnenswert ist ein prächtiger Band der Stiftsbibliothek 301 n 4: "P. Ovidii Nasonis Poetae Submonensis Fastuum libri 6".[10] Da das Datum das Professjahr des P. Adelhelm bezeichnet, handelt es sich sicher um ein Professgeschenk, das sein berühmter Vorfahre, Ludwig Zurgilgen, seinerzeit erworben hatte (bekannt als "flos latinitatis" gestorben 1577).

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Glauser, Schülerverzeichnis, S. 225.
  3. StiArEbg cod. 44, S. 217.
  4. StiArEbg Knüttel, Rechnungsbuch, S. 198.
  5. StiArEbg cod. 393 (Pfarrbuch 1605-1691), Tabula Defunctorum I, 1629 ff. Hess, Die Pfarrgeistlichen, S. 113.
  6. Verkündbuch der Pfarrei Sins, ediert in: Der Freischütz, Ausgabe vom 16. März 1887.
  7. Straumeyer, Annales 4, StiArEbg cod. 224, S. 290.
  8. Hess, P. Marian Rot, Dissertation, Freiburg, Basel 1927, S. 25, 35f. Hess, Alte Engelberger Theaterkunst, in: Titlis Grüsse 1943. Eberle, Theatergeschichte der Innerschweiz, Königsberg 1929, S. 166 ff.
  9. Luzern, Hautt, 1653.
  10. Basel 1550. Auf dem Ledereinband steht in Goldpressung: "Ludovicus a Liliis" mit dem Luzerner Zurgilgenwappen. Das Titelblatt zeigt den Eintrag: "Monasterii S. Mariae de Monte Angelorum. Anno 1638."

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 110.
  • Hess, Ignaz: die Pfarrgeistlichen von Sins, Auw und Abtwil im Kanton Aargau, in: Festschrift Walther Merz, Aarau 1928, S. 96-119, hier S. 113, Nr. 22.
  • "Salzburger Wochenblatt" von 1878, Nummer 42, S. 33. (Lebensbeschreibung)
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.