Adelhelm Schilter

Aus Kloster-Engelberg
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Adelhelm (Jodok) Schilter (* 1. März 1666 in Eschenbach; † 18. April 1702 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 23. April 1684

Priesterweihe: 11. März 1690

Ämter

Lehrer an der Stiftsschule: 1690–1697

Fratresinstruktor: 1697–?

Vestiar: 1697–?

Lehrer der Philosophie: 16?–?

Küchenmeister: 1697–?

Pfarrer in Engelberg: 1702

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Bernhard Schilter, Ammann des Klosters Eschenbach, und der Verena Weiss.

Paten: Paten Jost Leu und Maria Wirz.

Lebensbeschreibung[1]

Die Familie war in Eschenbach LU heimatberechtigt, wo der Vater Bernhard Schilter, Ammann des dortigen Frauenklosters war. Die Mutter war Verena Weiss. Diesen Eltern wurde der Knabe am 1. März 1666 geboren. In der Taufe in der Pfarrkirche Eschenbach erhielt er den Namen Jost (Jodok). Der Taufschein, datiert am 26. Februar 1690, nennt als Paten Jost Leu und Maria Wirz und ist unterschrieben von Pfarrer Martin Borner, Sextar in Eschenbach. Der Vater war schon bei der Profess des Fr. Paul Anderhub, am 14. August 1670 in Engelberg gewesen, ebenso am 20. Oktober 1681 mit dessen Vater, dem Kirchmeier Johann Anderhub. Fr. Paul starb aber schon 1671. Am 4. Oktober 1680 brachte Ammann Schilter seinen Sohn Jost Bernhard an den Tisch. Er zahlte pro Woche Trockentisch 1 gld 10 s, machte für ein Jahr 65 gld. "An Kleidern hat der Sohn von uns empfangen 19 gld 20 s, summa 84 gld 20 s. Bis auf den 4 Herbstmonat des Jahres 1681 ist alles bezahlt. Anno 1682 ist Herr Ammann wiederum uns schuldig geworden wegen seines Sohnes, bis uff den 4. Okt. an Trockentisch für ein Jahr, jede Woche zu 1 gld i 10 s = 65 gld. Für den Wein 15 gld, für Schuhe und Kleider 24 gld 9 s."

Bevor Fr. Adelhelm die Profess ablegte, hatte er in Luzern die Schule der Jesuiten besucht und dort die Syntax um 1680 beendet.[2] Das Abgangszeugnis des Präfekten Georg Cammer S.J. ist am 7. September 1680 ausgestellt. 1680 bis 1682 besuchte Fr. Adelhelm wohl die Klosterschule Engelberg; darauf wechselte er wieder nach Luzern in die Jesuitenschule bis 1686. Jodok Schilter legte am 23. April 1684 seine Profess auf den Namen des Gründerabtes Adelhelm ab. Die Weihe des Subdiakonats empfing er in der Jesuitenkirche in Luzern durch Nuntius Bartolomeo Menatti am 4. Juni 1689, die Weihe zum Diakon am 24. September 1689 in der Kirche der Ursulinen. Die Priesterweihe erhielt er durch denselben Nuntius am 11. März in seiner Hauskapelle in Luzern.[3] Für die Aussteuer seines Sohnes Jost versprach Ammann Schilter 1100 gld, auf die Profess 600 gld und weitere 100 gld Kleider und Tischgeld während des Noviziates. Wenn die Summe bis zur Profess nicht bezahlt ist, verpflichtet er sich zu einem Zins von 5 %. Die weiteren 500 gld sollen aus dem mütterlichen Erbgut bezahlt werden. Als Sicherung sollen Gut und Gülten dienen, aber ohne Zins, bis zum Tod der Mutter. Ferner erhielt er auf die Profess ein aufgerüstetes Bett und auf die Primiz einen Kelch oder ein Messgewand samt "Alp" (Albe).[4]

Seine erste Tätigkeit widmete er der Schule, wie der Eintrag zum 20. Dezember 1694 belegt, da er im Inquisitionsprozess für Abt Joachim Albini als "Juventutis moderator" steht.[5] Im März 1697 wurde er anstelle von P. Bernhard Zimmermann Fratresinstruktor und Vestiar. Er war auch Lehrer der Philosophie und Küchenmeister. Er starb als Pfarrer von Engelberg am 18. April 1702 als Opfer einer ansteckenden Krankheit.[6] In der Stiftsbibliothek ist noch ein Vergil von ihm erhalten.[7]

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Glauser, Fritz: Das Schülerverzeichnis des Luzerner Jesuitenkollegiums 1574-1669 (Luzerner Historische Veröffentlichungen 6), Luzern 1976, S. 181 (mit Fehler in der Jahreszahl).
  3. StiArEbg cod. 42, S. 263.
  4. StiArEbg cod. 42a, S. 351. Der Kelch stammte von Otmar Dangel, Beromünster (Hess, Goldschmiedearbeiten, S. 12).
  5. StiArEbg Wahlakten 1694.
  6. StiArEbg cod. 394 (Pfarrbuch 1692-1728), S. 224.
  7. StiBiEbg 145 i 20, 1625.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 119.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.