Adelhelm Luidl

Aus Kloster-Engelberg
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Adelhelm (Franz) Luidl (* 26. Oktober 1681 in Fribourg; † 7. März 1748 in Auw)

Lebensdaten

Profess: 11. Juli 1706

Priesterweihe: 7. Juni 1708

Ämter

Lehrer an der Stiftsschule: 1708–1721

Pfarrer in Auw: 1721–1725, 1742–1748

Pfarrer in Sins: 1725–1729

Subprior: 1729–1737

Pfarrer in Engelberg: 1737–1740

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Johann Franz Luidl und der Anna M. Schubor.

Paten: Johann Franz Ballon und M. Theresia Mettler.

Lebensbeschreibung[1]

Die Familie von P. Adelhelm soll aus dem Bayrischen Oberfranken, Gemeinde Freiberg, stammen, von wo der Vater als Uhrmacher auswanderte und 1687 das Bürgerrecht von Fribourg erhielt.[2] Der Vater hiess Johann Franz Luidl, Civis Friburgensis, die Mutter war Anna M. Schubor. Ihnen wurde der Knabe am 26. Oktober 1681 geboren und in der damaligen Stiftskirche und heuten Kathedrale von St. Nikolaus auf den Namen Franz getauft. Als Paten sind Johann Franz Ballon und M. Theresia Mettler bekannt. Das Taufzeugnis trägt die Unterschrift des Johann Jakob von Thannen, Kanonikus und Pfarrer zu St. Nikolaus und ist datiert am 30. September 1704. Die Studien machte der junge Franz bei den Jesuiten in Freiburg. Der Rektor stellte ihm in seinen Briefen an Abt Joachim Albini ein sehr gutes Zeugnis aus. Demnach hatte der Junge das Gymnasium absolviert und ein Jahr Physik und Theologie studiert. Der Rektor rühmt seinen Fleiss und seine Talente, die weniger auf spekulativer als auf praktischer Seite entwickelt seien. Er wird auch wegen seiner musikalischen Begabung gerühmt und als "actore eximius", der sich in der Schule auch in dieser Hinsicht auszeichnete. Zudem sei er ein tüchtiger Maler und Zeichner gewesen. Er wird als frommer, sittenreiner Jüngling geschildert, sodass ihn der Rektor bestens empfahl.[3]

Der so bestens ausgewiesene Kandidat kam am 11. Juli 1705 nach Engelberg, machte eine kurze Kandidatur und legte am 11. Juli 1706 die Profess auf den Namen Adelhelm ab. Hatte ihn der Taufschein von 1681 als "Luidel" bezeichnet, so schrieb der Frater in der Professurkunde deutlich "Luidl". Übrigens wurde der Vater 1704 bereits als verstorben bezeichnet. Den Subdiakonat erhielt Frater Adelhelm am 4. März 1708 durch Nuntius Vincenzo Bichi in seiner Privatkapelle, den Diakonat am 2. Juni 1708 durch den Bischof von Chur, Ulrich Federspiel, der ihm auch am 7. Juni 1708 die Priesterweihe erteilte. Die beiden Zeugnisse des Bischofs sind ausgestellt durch P. Benedikt Closer von Pfäfers, der mehrere Jahre das Amt des bischöflichen Kanzlers versah. P. Adelhelm lehrte dann an der Klosterschule: sein Schüler war 1714 der spätere P. Ildephons Straumeyer (Vermerk auf der Rückseite seines Taufzeugnisses). Als junger Pater wirkte er als Maler und Zeichner bei der Kopie der Tschudi-Handschriften mit, vor allem in der Ausgestaltung des dem Werk beigegebenen Wappenbuches, das leider beim Brand von 1729 zerstört wurde.[4] Er scheint sich in diesen Jahren auch mit architektonischen Studien befasst zu haben.

Im Dezember 1721 wurde er Pfarrer von Auw. Bei der Abtswahl nach dem Tode Joachim Albinis erhielt P. Adelhelm vom Kapitel den Auftrag, den Nuntius Passionei zur Leitung der Wahl einzuladen. P. Adelhelm reiste deshalb nach Luzern und, weil er den Nuntius dort nicht fand, nach Pfäfers und Chur. In Ragaz erfuhr er, der hohe Herr sei schon nach St. Gallen weitergereist. P. Adelhelm folgte ihm dorthin und führte seinen Auftrag aus. Doch in Engelberg erfuhr man von diesen Reisen P. Adelhelms nicht: das Kapitel und die beiden Äbte von Einsiedeln und Muri waren bereits zur Wahl versammelt. Man entschloss sich, die Wahl trotzdem ohne Nuntius durchzuführen, was dann zu einem leidigen Zerwürfnis mit dem Nuntius und zur Ungültigerklärung der Wahl des neuen Abtes Maurus Rinderli führte.[5]

Am 8. April 1725 wechselte er als Pfarrer und Statthalter nach SinsP. Adelhelm war zwar nicht gern von Auw weggegangen, weil er dort hatte sterben wollen. Er lebte sich aber in Sins gut ein und war bald zufrieden.[6] Dort leitete er den Neubau des Pfarrhauses. Der stattliche Bau erinnert heute noch an ihn. Der Bau wurde inzwischen erneuert und dient heute als Gemeindehaus. Nach dem Klosterbrand von 1729 wurde P. Adelhelm von Sins ins Kloster zurückberufen und zum Subprior ernannt. Ihm wurde neben Baumeister Rüeff die Leitung der Neubauten übertragen. Hier machte er sich überaus verdient. Von ihm stammt auch das prächtige, in allen Einzelheiten genaue Modell des heutigen Klosters.[7] Als Subprior ging er am 22. Februar zum Reichsfest des "Grossen Rates" von Stans.[8] Er bekleidete zudem das Amt des Küchenmeisters. Am 27. Oktober 1737 wurde er Pfarrer von Engelberg und leitete die Seelsorge bis 1740. Am 20. März 1742 wurde er nochmals als Pfarrer von Auw erwähnt. Ab Ende Februar litt er an starkem Ohrenweh und Katarrh und wurde vom Arzt von Ottenbach behandelt. Dieser verschrieb ihm Ruhe, die er in Sins zu finden hoffte. Dort litt er mehrere Wochen an heftigen Schmerzen, die verabreichten Mittel nützten kaum.[9] Das Leiden wurde immer schlimmer. P. Adelhelm war aber immer noch tätig, er nahm sich besonders der Kranken in der Pfarrei an. Er starb am 7. März 1748 in Auw als Senior des Klosters in Gegenwart seines Mitbruders P. Gregor Zwissieni, des damaligen Statthalters und Pfarrers in Sins. Ein Schlaganfall machte seinem Leben ein Ende. P. Adelhelm hat sich vor allem verdient gemacht als Leiter des Klosterbaues von Engelberg. Manche Verbesserungen am Bau und in der Organisation der Handwerksarbeiten gehen auf ihn zurück.

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Hess, Das geistliche Engelberg, Verzeichnisse, Heft 8 der Schriften zur Heimatkunde, 1943, S. 29.
  3. Brief des P. Johann Bapt. Viviaca, Freiburg, 6. Sept. 1704, Acta Cap. III, 87, dazu Lib. par. H. 574.
  4. StiArEbg cod. 172, S. 220 von Abt Stadler.
  5. Heer, Aus der Vergangenheit, S. 272.
  6. Acta Cap. III, 87.
  7. Vgl. Vogel, Catalogus biogr. 95.
  8. Cod. 33, 43, dazu Heer, Aus der Vergangenheit, S. 222.
  9. Briefe des Abtes Emanuel Crivelli.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 123.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.