Adelhelm Knoll

Aus Kloster-Engelberg
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Wappen von P. Adelhelm Knoll.

Adelhelm (Georg) Knoll (* 1581 in Villingen; † 19. Juli 1629 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 21. März 1605

Priesterweihe: 1606

Primiz: 22. Oktober 1606

Ämter

Prior: 1611–1619

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Jakob Knoll, Hafner, und der Margaretha Schriber.

Lebensbeschreibung[1]

P. Adelhelm stammte aus dem Badischen Villingen im Schwarzwald, wurde 1581 geboren, auf den Namen Georg getauft, legte am 21. März 1605 die Profess ab, wurde 1606 Priester und feierte am 22. Oktober seine Primiz, nachdem er am 20. Mai 1606 in der Kapuzinerkirche zu Luzern durch Nuntius Torriani den Diakonat und 1606 in Konstanz die Priesterweihempfangen hatte.[2] Schon 1606, bald nach der Primiz, wird er als Prior bezeichnet, vielleicht bereits am 11. November, da er im Auftrag des Abtes wegen der Verleihung der Mitra schrieb.[3] Die Eltern waren Jakob Knoll, Hafner, und Margaretha Schriber. Er starb am 19. Juli 1629 an der Pest. Das Noviziat unterbrach er, da er wohl aus familiären Gründen einmal nach Hause zurückkehrte. Er musste es deshalb nochmals von vorne beginnen. Verdienstvoll war seine Tätigkeit für die Bibliothek, für die bereits Rückenschilder für die einzelnen Bände eingeführt wurden, eine Arbeit, die von P. Plazidus Knüttel weitergeführt wurde. 1608 kopierte er die umfangreiche Errichtungsbulle der Rosenkranzbruderschaft. Im Kapitel vom 25. Mai 1611 wurde er offiziell zum Prior des Klosters bestimmt.[4] 1611 ging er, vermutlich wegen der Kongregation, nach Einsiedeln.[5] 1614 besorgte er die Kopie des bischöflichen Schreibens über den Zehntenstreit mit Nidwalden. Dort sagt Ildephons Straumeyer[6] über ihn: "P. Adelhelm Knoll, qui charactere scribendi non modo, sed eruditione caeteros tune maxime superavit." So übertrug ihm auch der Abt die Abfassung des Briefes über die Verleihung der Mitra vom 11. November 1613.[7] Die Finanzielle Seite des Erbes von P. Adelhelm nach seinem frühen Pesttod ist im Rechnungsbuch des P. Plazidus Knüttel festgehalten:[8]

  • 1628, 29. Januar: von Villingen Erbgut des P. Adelhelm, 430 Gulden 18 b. 3. Juli: auch von Villingen 30 Gulden
  • 1630, item von Villingen wegen M. Christoph Knoll allein 18.30 (Wohl von einem Verwandten)

Schon 1627 war gegen Ende des Jahres Gilg Stoller, der Bote von Engelberg, nach Villingen geschickt worden wegen des Erbes von P. Adelhelm.[9] Das Vertrauen des Abtes genoss er auch, als er ihn 1613, am 18. Juni, als Prior nach Stans schickte, um das Exkommunikationsedikt wegen des Zehnten­ streites zu überbringen.[10] Von ihm stammt auch die Kopie des berüchtigten "Plaustrum Stannense",[11] um damit den Schirmherren zu zeigen, wie ihr Kloster von Nidwalden behandelt werde, 27. Juni 1612.[12]

Werke

  • StiBiEbg, Sign. 418 r 10: M. Cicero, Orationes, Tübingen 1577: Der Eintrag lautet: "In usum Georgii Knoll Villingensis, Doctrinae radix amara est, fructus vero dulcis". Der Name, wohl noch des Schülers, wurde später durchgestrichen und ersetzt durch "Ex Bibliotheca S. Mariae Monasterii Engelberg"
  • StiBiEbg cod. 448: «Sonntägliche und etlich andere festtegliche Predigen vom Advent an bis auffs heylige Osterfest, gezogen und zusammen getragen uss vieler hochgeleerter und andächtiger der catholischen Kirchenlehrer predigen»
  • StiBiEbg cod. 449: «Predigten auf unterschiedliche Sonn- und Feiertage»
  • StiBiEbg cod. 450: «Von dem alten und löblichen Herkommen der Conversen oder Layenbrüder Benedictinerordens»
  • StiBiEbg cod. 451: «Sermones»
  • StiBiEbg cod. 452: «De votis»
  • StiBiEbg cod. 453: «Novitios induendi modus»
  • StiBiEbg cod. 454: «Remedia spiritualia oder geistliche Arzney, darin herrliche gottselige Unterweisung und Betrachtnussen auf das kürzeste auf den Tod»
  • StiBiEbg cod. 455: «Sententiae divinarum scripturarum ex quibusdam libris Antonii de Guevara collectae»
  • StiBiEbg cod. 456: «Modus communiter orandi mentaliter seu meditandi»


Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Collectanea Tanner 3 (1600-1619), StiArEbg cod. 283, S. 240 und 245.
  3. P. Ignaz Odermatt, Collectanea Bd. 2, StiArEbg cod. 211, S. 270 und Bd. 4, S. 161.
  4. Tanner 344.
  5. Rechnungsbuch Abt Plazidus Knüttel, StiArEbg cod. 30, 221.
  6. Straumeyer, Annales 8, StiArEbg cod. 228, S. 542.
  7. P. Ignaz Odermatt, Collectanea Bd. 2, StiArEbg cod. 211, S. 270.
  8. StiArEbg cod. 30, S. 198.
  9. Cod. 43, 272.
  10. Straumeyer, Annales 8, StiArEbg cod. 228, S. 44.
  11. Heer, Aus der Vergangenheit, S. 210.
  12. Stiftsarchiv Cista Sss.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 105.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.