Ägid Waldisbühl

Aus Kloster-Engelberg
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Ägid (Bernhard) Waldisbühl (* 16. September 1647 in Eschenbach; † 30. September 1701 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 17. August 1670

Priesterweihe: 29. Februar 1676

Primiz: 12. April 1676

Ämter

Vestiar: 1697

Zeremoniar: 16?

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Jakob Waldisbühl und Anna Anderhub.

Cousin: Fr. Paul Anderhub

Paten: Bernhard Schilter und Anna Waldisbühl.

Lebensbeschreibung[1]

P. Ägid stammte aus Eschenbach und war der Vetter des Fr. Paul Anderhub. Seine Eltern waren Jakob Waldisbühl und Anna Anderhub, denen er am 16. September 1647 geboren wurde. In der Pfarrkirche von Eschenbach wurde er auf den Namen Bernhard getauft. Paten waren Bernhard Schilter und Anna Waldisbühl. Das Taufseungis ist auf den 5. Juli 1682 von Pfarrer Martin Borner ausgestellt. Am 8. Dezember 1667 brachte ihn sein Vater an die Engelberger Schule. Er sass am "Trockentisch" und der Vater versprach pro Woche 1 gld. 20 b, den Wein a parte. Er hatte "alle Tag eine Quart und etwas extra", macht 78 gld. Die Auslagen für einen Klosterschüler waren gewöhnlich. Mit Junker Franz Niklaus Meyer war Vater Waldisbühl offenbar gut bekannt. Denn am 17. Januar 1669 erfolgte eine Zahlung von Franz Niklaus Meyer durch den Klosterkarrer Nirklaus Hasler "in einem seklin mit des Herrn Niklaus Meyer Petschaft versiegelt sechs leichte Dukaten und elf Louistaler 10b macht 52 gld." Junker Meyer war der Sohn des Ludwig Meyer und damit Onkel der Patres Bonifaz und Benedikt Meyer.[2]

Am 12. Juli 1670 machte er noch einen Abschiedsbesuch in seiner Heimat und trat am 22. Juli 1669 ins Noviziat in Engelberg ein, wo er ein Jahr darauf die Profess auf den Namen Ägid ablegte. Vor dem Klostereintritt war er von 1663 bis 1667 am Gymnasium der Jesuiten in Luzern gewesen.[3] Bei der Profess am 17. August, an der auch Augustin Reding nach dem langen Handel um seine Aussteuer, sowie der Vetter Paul Anderhub ihre Gelübde ableiten, wenn auch der Pfarrherr von Eschenbach, sowie der Ammann und Kirchmeier des Dorfes, der Vater des Neuprofessen, zu Besuch. Sie benützten den Anlass, um die aufgelaufenen Kosten für das Noviziatsjahr zu bereinigen. Als Aussteuer erhielt P. Ägid 2000 gld. Die Bezahlung wurde an den Ökonom in Sins, P. Anselm von Atzigen, geleistet. Am 12. April 1672 trat die Mutter des P. Ägid, Frau Anna Anderhub, handelnd auf, da inzwischen der Vater offenbar gestorben war. Sie zahlte dem erwähnten Junker Franz Niklaus Meyer im Namen der jüngeren Brüder des Fraters 150 gld und im Namen der älteren Brüder 50 gld. Sie selber bezahlte P. Anselm von Atzigen in Sins 1672 100 gld und am Pfingstdienstag 1674 dem Klosterangestellten Hans Gerster 180 gld. Die Bezahlung der Schulden an das Kloster zog sich indes noch einige Zeit hin. Offenbar hatte die Familie nicht viel Bargeld zur Verfügung. So rechnete der älteste Bruder von P. Ägid am 19. März 1675 im Engelberger Haus in Luzern mit dem P. Prior zuhanden des Klosters ab. Hier traten zwei weitere Herren auf, die einen Teil der Schuld bezahlten, vermutlich nahe Verwandte ein Herr Sebastian Weibel und Peter Widmer. Auch die Brüder des P. Ägid als Erben des Vaters, Jakob W. Andreas und Josef Anton Waldisbühl bezahlten ihren Teil an die Schuld. Auf die Primiz am 12. April 1676 treten noch andere Brüder auf, die ihren Beitrag an die Kosten leisten, neben Andreas ein Jost W., Anton und Josef. Am 22. Oktober 1677 half auch der Onkel, Kirchmeier Anderhub bei der Bezahlung der aufgelaufenen Schulden und Zinsen. Noch am 27. April 1679 übermittelte er einen Teil für seinen Neffen Anton Waldisbühl. Der Handel zog sich bis zum Mai 2. Mai 1688 hin, als Josef Waldisbühl, ein Bruder des P. Ägid, den Rest von 234 gld. bezahlte.[4]

Inzwischen hatte P. Ägid die heiligen Weihen empfangen: den Subdiakonat am 23. September 1673 durch den Nuntius Odoardo Cibo in der Klosterkirche Einsiedeln, den Diakonat durch denselben Nuntius am 8. Juni 1675 in seiner Hauskapelle in Luzern und die Priesterweihe am 29. Februar 1667 ebenfalls in seiner Hauskapelle. Aus seiner klösterlichen Tätigkeit ist nicht viel bekannt. Er war 1697 Vestiar (Verwalter der Kleiderkammer), wurde dann für längere Zeit krank und durch P. Adelhelm Schilter vertreten. Ausserdem war er Zeremoniar, während der Krankheit vertreten durch P. Floridus Russi.[5] Am 8. Juli war er mit Abt Gregor Fleischlin, dem Marchstaller, dem Lakai und drei Rossen in Sins, wohl zur jährlichen Abrechnung.[6] Die Krankheit, die ihn längere Zeit begleitete, war offenbar von ziemlich schwerer Natur; er erlag ihr nach einem Schlaganfall am 30. September 1701.[7] Aus seinem Nachlass haben sich in der Stiftsbibliothek in den Cod. 732-735 die Scripta aus der Studienzeit in Luzern und Engelberg erhalten.

Werke

  • Vorlesungsskripte aus der Studienzeit, StiBiEbg cod. 732-735.

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Dommann in Geschichtsfreund 88, S. 136.
  3. Glauser, Schülerverzeichnis, S. 208.
  4. StiArEbg cod. 42 a, S. 335.
  5. StiArEbg Albini scripta.
  6. StiArEbg cod. 42 a, S. 363.
  7. Titlisgrüsse V., S. 68.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 117.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.