Ägid Furrer

Aus Kloster-Engelberg
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen von P. Ägid Furrer.

Ägid Furrer (* 1589 in Sarnen; † 3. November 1608 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 7. Juni 1604

Lebensbeschreibung[1]

Er war der Erstling unter den Novizen, die unter Abt Jakob Benedikt Sigerist ins Kloster eintraten. Er stammte von Sarnen, wie er gelegentlich selber bezeugt, wenn auch die Familie nicht unter den Eingesessenen aufgezählt wird. Hier wurde er 1589 geboren, legte am 7. Juni 1604 in Engelberg Profess ab und starb am 3. November 1608. Abt Benedikt hatte ihn noch als Administrator des Klosters, also vor 1603, vom Gymnasium in Luzern nach Engelberg gebracht, wohl an die von ihm damals erneuerte Klosterschule.[2] Nach den Annalen Knüttels war er enthaltsam, eifrig, sparsam und wachsam. Er war der einzige Frater im Kloster nach dem Wiederaufbau, hatte kein Vorbild als jenes des Abtes, der aber durch viele Geschäfte in Anspruch genommen war.[3] Abt Plazidus Knüttel, der ihn noch kannte, schildert ihn als schwach an Gestalt, an Alter und Kraft, sodass er ständig von Krankheiten heimgesucht war. Nach Pfarrer Fassbind von Schwyz, der die Engelberger Quellen gut kannte, wenn er auch nicht immer zuverlässig arbeitete,[4] war Furrer schon bald nach der Profess wie verhext und von Teufeln besessen, wurde aber durch die Fürbitte der Muttergottes davon befreit. Doch litt er auch später noch oft unter schrecklichen Wahnvorstellungen. Nach ihm war er durch "innocentia et morum sanctimonia commendabilis".[5] Er machte mit Erlaubnis seines Abtes ein Gelübde an die Muttergottes im Horbis. Am gleichen Tag, am 9. Juni 1607, an der Vigil des Dreifaltigkeitsfestes, wurde der Exorzismus über ihn gesprochen, der ihn auch sofort von seinen Leiden befreit haben sollt. Zum Dank machte er darauf eine Wallfahrt nach Einsiedeln.[6] Er starb am 3. November 1608 nach langwieriger Wassersucht.[7]

P. Ägid hat sein Andenken mehrfach in den Bänden der Bibliothek hinterlassen. Von ihm sind erhalten: "Isocrates Panegyricus, Ingolstatt 1595,[8] mit dem Eintrag "Aegidius Furrer me suo jure possidet et ab Abelo Buoch dono accepit. Anno Dom. 1600." Auf der letzten Seite: "Abelus Buoch". Dieser Abel muss ein Studienfreund von Luzern gewesen sein.[9]

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Collectanea Tanner 3 (1600-1619), StiArEbg cod. 283, S. 250.
  3. Collectanea Tanner 3 (1600-1619), StiArEbg cod. 283, S. 203.
  4. StiArEbg cod. 172, S. 23.
  5. Übersetzt: "Wegen seiner Unschuld und Sittenreinheit empfehlenswert", StiArEbg cod. 172, S. 26, nach Knüttel.
  6. Collectanea Tanner 3 (1600-1619), StiArEbg cod. 283, S. 252.
  7. Von hier an werden die Todesdaten gewöhnlich nicht mehr in den Nekrologien, sondern in den Pfarreibüchern angegeben.
  8. StiBiEbg Bibl. 443 h 16.
  9. Dazu Stiftsbibliothek: Deutsch-Lat. Formelbuch, Hermannus Copiosa suppellex, Frankfurt 1575: Eintrag auf der letzten Seite: "Aegidus possidet hunc librum Sarnensis anno salutis humanae 1602." Auf dem Rückendeckel: "Ägidius Furrer dono accepit ab Abelo Buol ex Foro Tyberii." Forum Tyberii wurde damals Zurzach genannt, neben dem häufigeren Namen Tenedo. Aber auch im nahen Kaiserstuhl sind noch heute die Buoch vertreten. So könnte die Familie nach Zurzach ausgewandert sein. Im Schülerverzeichnis bei den Jesuiten in Luzern ist er unter 6v verzeichnet als "Abel Buol Rhet. Foro liviensis 1602." Der Eintrag in Luzern für Furrer lautet: "Egidius Furrer, Unterwaldensis, Syntax, 1602", siehe Glauser, Das Schülerverzeichnis des Luzerner Jesuitenkollegiums 1574 - 1696, Luzern 1976, S. 103, für Buol S. 59.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 102.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.